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11.12.1984 / Meldungs-Nr.: AHI0181 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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APA 099-ID Hainburg/Widerstand Hainburg: Weiter Konfrontation 5 apa/11.12. =

 
APA 099-ID
Hainburg/Widerstand
Hainburg: Weiter Konfrontation 5 apa/11.12.
Utl.: Gespräch Kirchschläger/Blecha - Schon 3.0DO Demonstranten=
Bundespräsident Dr. Kirchschläger hat, wie die APA aus der
Präsidentschaftskanzlei erfuhr, noch gestern abend ein Telefongespräch
mit Innenminister Blecha geführt, der das Staatsoberhaupt
über die Vorfälle in der Stopfenreuther Au informierte, wo sich nach
letzten Informationen der APA heute mittag bereits 3.000 Demonstranten
und 200 Gendarmen gegenüberstanden. Dabei sei vom Minister
entgegen anderen früheren Behauptungen darauf verwiesen worden, daß
er sehr wohl eine Abordnung der Umweltschützer zu einer Aussprache
empfangen und auf die gesetzliche Situation hingewiesen habe. Ferner
habe Blecha gegenüber dem Bundespräsidenten betont, daß die Sicherheitsorgane
bei ihren bisherigen Amtshandlungen mit sehr großer
Zurückhaltung und Besonnenheit agiert hätten.++++
Bereits in der Vorwoche hatte der Bundespräsident, seiner Ankündigung
gegenüber Proponenten des Konrad-Lorenz-Volksbegehrens
folgend, ein Gespräch mit Bundeskanzler Dr. Fred Sinowatz geführt.
Der Kanzler habe, hieß es weiter, auf dem Standpunkt seiner
Regierung beharrt, daß in der Sache Hainburg alle rechtlichen
Schritte erledigt seien und daher mit dem Bau des Kraftwerks
begonnen werden könne.
Ein Sprecher des Innenministeriums wies zu Mittag Behauptungen
der ÖH zurück, daß in der Au heute etwa 600 Sicherheitsorgane die
Demonstranten auf "brutalste Art und Weise gechlagen und getreten"
hätten. Auf Grund dieser Vorgangsweise seien von der ÖH ein Amtsarzt
und Rechtsanwälte in die Au geholt worden. Der Sprecher des Ministeriums
betonte nachdrücklich, daß die Ausschreitungen eindeutig
auf das Konto der Demonstranten - ihhre Zahl gab er mit 3.000 an -
gingen, die, so der Sprecher wörtlich, "mit unglaublicher Brutalität"
gegen die gegenwärtig 200 Beamten vorgingen. So sei etwa ein
Gendarm von fünf Demonstranten, zu Boden gerissen und ihm dabei der
Arm gebrochen worden. Die Sicherheitsorgane würden nach wie vor
versuchen, trotz der gespannten Situation "zurückhaltend, besonnen
und vorsichtig zu agieren". Der Sprecher teilte weiters mit, daß
noch gestern abend auch der dritte Festgenommene nach einer
Ermahnung wieder auf freien Fuß gesetzt worden sei.
Im Zusammenhang mit den Ereignissen in Hainburg werden VGÖ und
ALÖ am Freitag in Linz eine gemeinsame Pressekonferenz geben. "Egal,
wie groß die ideologischen Unterschiede zwischen den einzelnen Grün-gruppierungen
sein mögen, hier sind wir praktisch gezwungen, zusammenzuarbeiten",
heißt es in der Einladung zum Pressegespräch.
(Forts.)dl/hh

 

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