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08.12.1984 / Meldungs-Nr.: AHI0141 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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APA 153-ID Hainburg/Umweltschutz Hainburg: 5.000 bei Adventfeier =

 
APA 153-ID
Hainburg/Umweltschutz
Hainburg: 5.000 bei Adventfeier
(überholt apa 59-id)
Utl. : Nenning: Eintragungswoche für Lorenz-Volksbegehren im März =
W I E N , 8.12, (apa) - Mehr als 5.000 Umweltschützer fanden sich
bei großer Kälte und Nieselregen in der Stopfenreuther Au zur
"Adventfeier" ein, die den Abschluß der Sternwanderung gegen das
Kraftwerk Hainburg bildete. ++++
DDr. Günther Nenning sagte, die Hainburg-Gegner müßten nun
verstärkt den Kampf aufnehmen, denn es gehe ums Leben und überleben.
"Wir alle hier sind eine Delegation für den Rechtsstaat und die
Gewaltfreiheit." Die Eintragungswache des Konrad Lorenz-Volks-
begehrens kündigte Nenning für den 11. bis 18. März 1985 an. ++++
Frieda Meissner-Blau wünschte sich in ihrer Rede große
Unterstützung von den Nachbarländern Österreichs, und erklärte, die
Au bei Hainburg sei ein Symbol für die unzerstörbaren Lebensgrund-
lagen geworden, für die sich alle Menschen einsetzen sollten.
Pessimistisch zeigte sich der Wiener VP-Stadtrat Dr. Jörg Mauthe.
Er äußerte die Befürchtung, daß die Bagger leider stärker sein
würden als die Macht der Umweltschützer, trotzdem hofft Mauthe aber
auf einen durchschlagenden Erfolg des Volksbegehrens.
Dozent Dr. Bernd Lotsen bezeugte Respekt für die Zivilcourage des
ehemaligen langjährigen niederösterreichischen Naturschutzreferenten
Hofrat Dr. Erich Cwiertnia, der gestern öffentlich dem
Naturschutzlandesrat Dr. Ernest Brezovszky in vielen Punkten
widersprochen hatte. Latsch sagte, der gesetzeswidrige Baubescheid
sei ein Bazillus, der nun das "Immunsystem Grüne Bewegung" in
Schwung gebracht habe. "Wir stehen auf der Schwelle zum totalitären
Staat, denn die Wahrheit wird auf den Kopf gestellt." Mit Konrad
Lorenz könne er nur sagen, das Volk seei nicht so dumm, wie es die
Politiker haben wollen.
Der grüne Vorarlberger Landtagsabgeordnete Kaspanaze Simma
erklärte, alle Menschen und besonders die Politiker brauchten eine
andere, bessere Art der Begegnung mit der Natur. Er sei nach der
Hainburg-Bauentscheidung heute schon von seiner eigenen Kraft
"berauscht".
VGö-Obmann Josef Buchner sagte, eine solche "Präpotenz der Macht",
die derartige Entscheidungen treffe, könne man nur abwählen.
Auch Fritz Zaun von der Alternativen Liste Niederösterreich rief
zu einem breiten Widerstand gegen den Kraftwerksbau auf, denn das
sei die Pflicht jedes am Umweltschutz interessierten Menschen.
Weiters bezeichnete Zaun, wie zuvor bekanntlich Nenning und
Meissner-Blau, Brezovsky als "Rechtsbrecher". (Schluß) sp/re

 

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