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23.10.1978 / Meldungs-Nr.: AHI0142 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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apa 164-id eilt um das schicksal zwentendorfs - zusammenfassung ... 2 apa/23.10. =

 
apa 164-id
eilt
um das schicksal zwentendorfs - zusammenfassung ... 2 apa/23.10.
utl: der politische aspekt der abstimmung ++++=
dr. josef taus und wiesinger nahmen zu den problemen der
wiederaufbereitung und der endlagerung stellung. der vp-obmann
forderte den bundeskanzler auf, den stand der verhandlungen mit
persien und ägypten über eine endlagerung bekanntzugeben. was die
möglichkeit anlange, zwentendorf umzubauen, gebe es
meinungsverschiedenheiten innerhalb der regierung, denn im gegensatz
zu staribacher habe kreisky diese möglichkeit nicht ausgeschlossen.
wiesinger bezog sich auf berichte aus washington, dass sich die usa
vor 1986 zur wiederaufbereitung von brennstäben nicht äussern
würden und folgerte daraus, dass damit ein ganz neuer aspekt in die
diskussion gebracht wurde. sollte das recycling unterbrochen werden,
würde die frage virulent werden, was mit dem cogema-vertrag
geschieht, weshalb man auch vor verträgen über die endlagerung
warnen müsse.
zu der politischen situation nach der aufforderung des
bundeskanzlers, mit ja zu stimmen, äusserte sich fp-obmann dr.
alexander götz. er warf die frage auf, was man jemandem raten solle,
der zwar vielleicht für die kernenergie sei, aber nicht zu kreisky
ja sagen will. in die gleiche kerbe schlug die handelskammer, die
sich gegen den vorwurf des ögb-präsidenten anton benya verwahrte,
dass die wirtschaft zwar atomstrom haben wolle, aber bezüglich der
abstimmung leisetrete. in einer offiziellen aussendung der kammer
hiess es, da kreisky aus der volksabstimmung statt einer
sachentscheidung eine solche für oder gegen die regierungapartei
gemacht habe, könne sie keinerlei empfehlung abgeben.
bei dem erwähnten symposion des zwentendorf-komitees wies
nationallbank-generaldirektor dr. heinz kienzl darauf hin, dass es
auf der welt mehr als 200 kernkraftwerke gebe, ohne dass es bisher
zu einem einzigen tödlichen strahlenunfall gekommen sei. im
täglichen leben nehme man viel höhere risken in kauf. sp-sprecher
heindl unterstrich in einer aussendung der sk, dass auch für die
aussensicherung zwentendorfs alle vorkehrungen getroffen seien.
eine "initiative ärzte gegen atomkraftwerke" erliess heute in
linz einen aufruf an die österreichische bevölkerung, in der unter
hinweis auf die gesundheitlichen gefahren durch die strahlung zu
einem nein am 5. november aufgefordert wird. ferner richteten diese
ärzte eine resolution an das präsidium des gewerkschaftsbunds,
dieses möge seine haltung neu überdenken und gegen zwentendorf
auftreten. (schluss) ml/si+

 

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