Dossiers aus  Innenpolitik  Aussenpolitik  Wirtschaft  Sport  Chronik&Kultur  Kurioses  Alle Dossiers Suche
25.06.1978 / Meldungs-Nr.: AHI0098 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

 Druckversion    Original-Meldung

apa 077-id kreisky: bin überzeugt, dass mehrheit für atomkraftwerk ist 1 utl.: hauchdünne mehrheit im parlament wäre zuwenig gewesen= =

 
apa 077-id
kreisky: bin überzeugt, dass mehrheit für atomkraftwerk ist 1
utl.: hauchdünne mehrheit im parlament wäre zuwenig gewesen=
wien, 25.6. (apa) - er persönlich sei der meinung, dass sich
die mehrheit der österreicher bei der kommenden volksabstimmung
für die inbetriebnahme des kernkraftwerkes zwentendorf entscheiden
werde.er halte deshalb eine volksabstimmung über diese frage für
besser, weil es im parlament trotz aller debatten und informationen
durch fachleute nur zu einer hauchdünnen mehrheit gekommen wäre,
und das sei ihm zu wenig. er glaube aber nicht, dass ein eventuelles
negatives abstimmungsergebnis für seine partei weitere politische
konsequenzen haben werde, denn die anderen fragen, wie jene der
arbeitsplatzsicherung, werden auch dann ihren rang behalten. sicher
wäre ein negativer ausgang der volksabstimmung als misserfolg zu
werten. aber die regierungspartei könnte für sich buchen, dass sie
nicht autoritär entschieden hat. er glaube auch nicht daran, dass
ein misserfolg bei der abstimmung für ihn konsequenzen haben würde.
zu einer eventuellen koalition mit einer der beiden
oppositionsparteien bei einem schlechteren abschneiden der spö bei
den nächsten nationalratswahlen äusserte sich bundeskanzler dr.
bruno kreisky heute, sonntag, in einem tv-interview zu dem
designierten fpö-obmann dr. alexander götz klar ablehnend,
während er das gute persönliche verhältnis zu övp-obmann dr.
josef taus hervorhob.++++
nach ansicht des bundeskanzlers stelle eine volksabstimmung über
das thema kernkraft für seine partei keineswegs ein risiko dar, da
er daran glaube, dass die bevölkerung in diesem falle realistisch
entscheiden werde. jedenfalls wolle er damit verhindern, dass die
kommenden nationalratswwahlen zu "zwentendorf-wahlen" gemacht
werden. die volkspartei wisse genau, dass beim kernkraftwerk eine
maximale sicherheit gegeben sei. für diese partei sei dies eine
rein politische frage, weil sie glaube, an einer zwiespältigen
haltung profitieren zu können. dass man darüber nicht im parlament
abgestimmt habe, obwohl man dort die mehrheit besitze, begründete
dr. kreisky damit, dass er dessen gar nicht so sicher sei, ob die
mehrheit dafür gestimmt hätte, und wenn, so hätte es sich nur um
eine hauchdünne mehrheit gehandelt, und das sei ihm zu wenig.
(forts.) mt/bo

 

Dieser Volltext stellt technisch bedingt nicht den Anspruch auf ein exaktes Abbild der Originalmeldung. Der Grund für die mitunter geringe Qualität ist das Alter des Papiers sowie die damals verwendete Kopiertechnik.

Zur Anzeige der Original-Meldung im PDF-Format benötigen sie Adobe Acrobat Reader.

25.06.1978 / Meldungs-Nr.: AHI0098 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      
© APA - Austria Presse Agentur / Laimgrubengasse 10, 1060 Wien
22.04.1979: Anschlag auf Synagoge in der Wiener Seitenstettengasse » 23.04.1985: Weinskandal in Österreich aufgedeckt » 24.04.1974: Bundespräsident Jonas in Wien gestorben »