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21.06.1978 / Meldungs-Nr.: AHI0316 / Ressort: Sonderdienste (SD) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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apa 280-sd (wm 33 - 21.6.) als sieger kehren sie heim 1=++++ =

 
apa 280-sd
(wm 33 - 21.6.)
als sieger kehren sie heim 1=++++
war das ein grandioses wm-"finale" für österreich, nach der
euphorie der ersten tage, dem absoluten tief gegen holland, der
enormen spielerischen steigerung gegen italien gab es am mittwoch in
cordoba den ersten österreichischen fussballsieg gegen deutschland
seit 47 jahren.
der weltmeister wurde von österreich zur heimreise verurteilt,
der "kleine helmut" bescherte dem "grossen helmut" zu dessen
abschied diese niederlage, die den traum zumindest vom "kleinen
finale" beendete.
sicherlich, es war kein grossartiges spiel, dafür gab es auf
beiden seiten zu viele (abwehr-) fehler, aber es gab fussball mit
viel spannung, dramatik, mit wechselnden szenen und im bruderkampf
auch viel härte, die österreichs makellosen fairnessrekord mit
zwei gelben karten verunzierte. aber was ist schon ein fairnesspreis
gegen einen derartigen triumph. der weg zurück aus dem debakel
gegen holland war extrem schwer. abgeschrieben, verbittert, vom
grossen nachbarn als willkomene "steighilfe" für den aufstieg
angesehen, machten die österreicher das wahr, was sie spielerisch
im italienspiel versprochen und sich selbst gelobt hatten, sie
spielten den weltmeister aus, beherrschten lange phasen hindurch
spiel und gegner und nur mit dem der mannschaft leider eigenen pech
wurden mehrere gelegenheiten nicht genützt. entgegen dem
spielverlauf kamen die deutschen durch rummenigge in führung und
wieder schien es, dass helmut schön und seine truppe das
sprichwortliche glück treu bleiben würde. krankl, kreuz,
hickersberger, krieger, alle versagten oder hatten kein glück. und
selbst der ausgleich, der nach einer stunde fiel, hatte berti vogts,
der allerdings von kreuz hart bedrängt war, zum autoor. die letale
abschluszschwäche der österreicher schien auch diesmal zu
entschieden. aber dann kam ein supertor von krankl nach idealem
cross von hickersberger, ein tor, gegen das sepp maier machtlos war.
und wenn auch schon zwei minuten später noch einmal durch
hölzenbein der ausgleich kam, in der 88. minute bewies krankl, der
praktisch seit brasilien eher eine lethargische , zumindest keine
explosive rolle gespielt hatte, weshalb er valencia millionen wert
ist: es war ein prachttor, bei dem er endlich wieder im stile des
grossen "goleadors" zuschlug, zwei gegner ausspielte, den tormann an
sich zog und kühl ins netz schoss. deutschland war geschlagen, von
den rängen hallte das "austria, austria", das jetzt als dank auch
millionen tifosi als schlachtruf verwenden dürfen - als dank für
die "österreichhilfe", die italien wenigstens in das kleine finale
brachte. (khs) (fortsetzung)

 

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