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15.03.1977 / Meldungs-Nr.: AHI0191 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 174 - reichsbrückeneinsturz: keine schuldhafte handlung 2 apa /15.3. utl.: füllmaterial hatte keine tragende aufgabe =

 
i 174 - reichsbrückeneinsturz: keine schuldhafte handlung 2
apa /15.3.
utl.: füllmaterial hatte keine tragende aufgabe
prof. reiffenstuhl ging bei der pressekonferenz auf die
technischen details der kausalitätskette ein:
statt der üblichen rundstahlbewehrung des pfeilers sei bei der
reichsbrücke ein auflagerrost verwendet worden, womit "günstige
bedingungen" für den einsturz geschaffen worden seien, obwohl
man eigentlich besonders gut habe arbeiten wollen.
im gegensatz zum ersten zwischenbericht der fünfköpfigen
expertenkommission vom august 1976 habe sich gezeigt, dass das
füllmaterial oberhalb der auflagefläche des rostes keinen
negativen einfluss und keine tragende aufgabe hatte.
möglicherweise seien weiters vom architekten extrem schlanke
pfeiler gewünscht worden, weshalb die träger beschnitten
werden mussten, meinte reiffenstuhl. zu dem seien die festen
lager auf der stromabwärts gelegenen seite angebracht worden,
wodurch sich die materialspannungen angesichts der in wien verzeichneten
hauptwindrichtung nordwest (also von oberhalb der
brücke kommend) verstärkten.
nicht beachtet wurde - so reiffenstuhl - die ungleiche erwärmung
der "streckträger" mit denen die ketten der reichsbrücke
verbunden wurden, da sie nicht wie bei einer echten
hängebrücke ausserhalb im boden verankert werden konnten). die einbeziehung
dieser differenztemperatur in die brechnungen sei beim
bau der brücke noch unbekannt gewesen. durch all dies hätten sich
die stromabwärts wirkenden horizontalkräfte verstärkt.
schon relativ früh seien durch betonspannungen unter dem auflagerrost
am pfeiler 17 a beim linken donauufer an der stromabwärts
gelegenen seite risse auch in der mittragenden granitverkleidung
entstanden. das nachgeben des betons - "kriechen und
schwinden" - sei aber erst in den 40er jahren zum allgemeinwissen
der ingenieure geworden.
schliesslich kam es zum riss an der pfeilerbruchstelle, teile
des auflagerrosts verloren die unterstützung, der rost
kippte, verdrehte und brach das pylonenlager und die 6.500-tonnen-
brücke stürzte in den strom. (forts.)+da/sk+

 

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