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01.08.1976 / Meldungs-Nr.: AHI0114 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 145 - e bürgermeister gratz kündigt schonungslose untersuchung an 1 =

 
i 145 - e
bürgermeister gratz kündigt schonungslose untersuchung
an 1
utl.: experte: möglicherweise war linker strompfeiler
schadhaft
wien ,1.8.(apa) - der wiener bürgermeister leopold gratz
kündigte heute, sonntag, spät abends in einem studiogespräch
im fernsehen eine schonungslose untersuchung über die ursache
des einsturzes der reichsbrücke an. gleichzeitig, so versicherte
er, werde man künftig alle technischen möglichkeiten nach dem
letzten stand der wissenschaft ausschöpfen, um zu einem besseren
kontrollsystem für die wiener brücken zu gelangen. diplomingenieur
karl walbinger vom bautenministerium wiederholte nach
einer abermaligen besichtigung der eingestürzten brücke seine
getroffene feststellung: der linke brückenpfeiler stromabwärts
weise "abplatzungen" auf und der beton scheine "nicht der
beste zu sein". an dem gespräch im fernsehen nahmen noch unter
dem vorsitz des chefredakteurs hans benedict die oppositionsführer
im wiener rathaus fritz hahn von der övp und dr. erwin
hirnschall von der fpö teil.
hahn zeigte sich über die floridsdorfer brücke besorgt. diese
würde nun durch den ausfall der reichsbrücke zusätzlich belastet
werden, obwohl diese brücke bereits von den experten als
reparaturbedürftig bezeichnet worden sei. dem entgegnete bürgermeister
gratz, dass die tragwerke dieser brücke von den experten
als in ordnung befunden worden seien. lediglich die fahrbahn
müsste spätestens in zwei jahren erneuert werden. im übrigen
habe er an die wiener autofahrer appelliert, diese brücke eher
zu meiden. zusätzlich würde man auf der floridsdorfer brücke
noch sogenannte stuttgarter schwellen anbringen, dadurch stünden
den autofahrern auf jeder seite nur mehr eine einzige spur zur
verfügung.
diplomingenieur karl walbinger zu den bisherigen kontrollmethoden:
gewöhnlich genüge der augenschein, um verformungen
festzustellen. plötzliche brüche seien nur schwer eruierbar,
eine grosse brücke könne man auch nur stichprobenweise überprüfen.
dr. erwin hirnschall meinte, es sei völlig unbefriedigend,
dass die brücken nur jährlich einmal gründlich überprüft
werden. es sei auch nicht vorstellbar, dass die kontrollen
dem letzten stand der wissenschaft entsprechen. hirnschall verlangte
auch eine überprüfung der donaukanalbrücken.
(forts.)ko/kg

 

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