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11.03.1982 / Meldungs-Nr.: AHI0225 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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APA 240-ID Gaddafi - Zweiter Tag / Zusammenfassung 1 Utl.: Lanc: Libysche Terroristenhilfe "zumindest unbewiesen"= =

 
APA 240-ID
Gaddafi - Zweiter Tag / Zusammenfassung 1
Utl.: Lanc: Libysche Terroristenhilfe "zumindest unbewiesen"=
WIEN, 11.3. (apa) - Mit einem Besuch im Parlament begann heute,
Donnerstag, der zweite Besuchstag des libyschen Revolutionsführers
Muammar Gaddafi in Wien. Gaddafi wurde dabei von Nationalratspräsident
Anton Benya begrüßt und erklärte, das persönliche Zusammentreffen
mit Parlamentariern könne zur Vertiefung der Beziehungen zwischen
Österreich und Libyen beitragen. Im Zusammenhang mit dem
Frieden in der Welt bezeichnete Gaddafi die Lösung aller Fragen und
u.a. auch eine Solidarisierung mit den Palästinensern als notwendig.
Im Anschluß an den Parlamentsbesuch begab sich Gaddafi in das
Rathaus, wo er sich in das "Goldene Buch der Stadt Wien" eintrug.
Unterdessen wurde die für Freitag und Samsatg geplante Reise nach
Linz und Salzburg abgesagt, da Gaddafi in Wien bleiben wolle. Von
dem neuen Programm für Freitag und Samstag stand vorläufig nur ein
für morgen, 12.30 Uhr, geplanter Besuch des Revolutionsführers im
islamischen Zentrum nahe der UNO-City fest. ++++
Dem Staatsbesuch galt auch eine Reihe von Redebeiträgen im Rahmen
der Sicherheitsdebatte im Parlament. Innenminister Erwin Lanc
bezeichnete die vielen Behauptungen, daß Libyen den internationalen
Terrorismus unterstütze, als unzutreffend oder zumindest unbewiesen
und meinte, es hätte keine ausreichenden Gründe gegeben, dem Bundeskanzler
eine Rücknahme der vor längerer Zeit ausgesprochenen Einladung
an Gaddafi zu empfehlen. Der VP-Sicherheitssprecher Abg. Dr.
Robert Lichal erklärte, die Öffentlichkeit sei über den Staatsbesuch
"sehr befremdet". Die in Aussicht genommenen Milliardengeschäfte
könnten sich als "Talmi" erweisen. FP-Abg. Dr. Jörg Haider warf
die Frage auf, ob es in der Außenpolitik wirklich nur mehr um
Geschäftsinteressen gehe. Wenn dem so wäre, müßte man ja auch
stärkere Kontakte etwa zu Chile oder Südafrika unterhalten.
Das Mittagessen nahm der Revolutionführer gemeinsam mit dem
österreichischen Bundeskanzler ein, mit dem er sich am späten
Nachmittag auch zu einer zweiten Unterredung traf. Im Anschluß daran
war eine Pressekonferenz vorgesehen. Den Abschluß des Donnerstagprogramms
sollte dann ein von Kreisky namens der Bundesregierung
gegebenes Abendessen bilden.
Bei der heutigen Sitzung der gemischten österreichisch-libysch-
arabischen Kommission bekundete die libysche Delegation grosses
Interessen an weiteren Käufen in Österreich. Sie stellte jedoch die
Bedingung, daß Österreich dann auch zusätzliche ölmengen kaufen
müsse. Handelsminister Dr. Josef Staribacher wies auf den Überschuß
an österreichischen Importen im gegenseitigen Aussenhandel hin.
(Forts.) ca/hh

 

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