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08.07.1979 / Meldungs-Nr.: AHI0111 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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apa 101-id/al gespräche arafat - brandt - kreisky (zusammenfassung) utl.: plo-chef zum ersten mal auf westlich-demokratischem parkett= =

 
apa 101-id/al
gespräche arafat - brandt - kreisky (zusammenfassung)
utl.: plo-chef zum ersten mal auf westlich-demokratischem parkett=
wien, 8.7.(apa) - der vorsitzende des plo-exekutivkomitees
jasser arafat, der freitag überraschend aus bulgarien in wien
eingetroffen war, hatte insgesamt mehr als zehn stunden gespräche
mit bundeskanzler dr. bruno kreisky in dessen wohnung und auch in
dessen amtsräumen auf dem historischen ballhausplatz. zwei drittel
davon machte auch der vorsitzende der sozialistischen internationale,
willy brandt, der im zusammenhang mit seiner nord-süd-kommission in
wien weilt, mit. es war das erste auftreten des plo-führers in
einem westlich-demokratischen staat. ++++
nach meldungen aus israel wurde im anschluss an eine
kabinettsitzung der israelische botschafter aus wien zu
konsultationen zurückberufen. botschafter jakob doron hat
allerdings seine koffer schon längst gepackt, weil er ohnehin den
wiener posten beendet: für mittwoch hat aussenminisster dr.
willibald pahr zu einem abschiedsempfang für den scheidenden
botschafter eingeladen.
in denselben räumen, in denen vor jahresfrist das treffen sadat
- brandt - peres - kreisky stattgefunden hatte, (unter einem bild
des gemahls der kaiserin maria theresia) hielt arafat (mit
palästinensischen kopftuch) zusammen mit kreisky und brandt eine
pressekonferenz. es gab im wesentlichen präzisierungen zu einer
vier-seiten-pressemitteilung, in welcher beide seiten ihre
standpunkte erläuterten und sich über diese punkte einig waren:
die palästinenserfrage ist das zentralproblem im
mittelostkonflikt und seine bereinigung gibt es keine gerechte und
zufriedenstellende lösung. die siedlungsaktionen in den besetzten
gebieten sind ein schweres hindernis für dden frieden. gemeinsaam
ist die bestürzung über den ausbruch neuer militärische
aktivitäten im libanon und das verlangen nach einer lösung der
libanon-krise.
obwohl die presseerklärung auf die beschlüsse des
plo-nationalrats u.a. bezug nimmt, betonten kreisky und auch brandt
mit nachdruck, sie hätten nicht den eindruck, dass es das ziel der
plo wäre, israel zu vernichten. dies von authentischer seite zu
erkunden, war der vom si-büro an brandt erteilte auftrag gewesen.
kreisky begründete sein besonderes interesse an der
palästinenserfrage mit den eigenen erfahrungen aus der exilzeit in
schweden, als österreich von der landkarte getilgt war, er aber es
als sehr wohltuend empfand, dem ministerpräsidenten in seinen
amtsräumen vorschläge zu machen, was man für die österreicher
später tun könne, wenn ihr staat wieder errichtet worden sei. vor
journalisten meinte er, österreich leiste exiljuden aus der udssr
gute dienste, zu denen andere staaten nicht bereit seien.- schoe/fi

 

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