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02.10.1973 / Meldungs-Nr.: AHI0143 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 116 - dringend kreisky - golda meir 1 (nach dam ministerrat) =

 
i 116 - dringend
kreisky - golda meir 1
(nach dam ministerrat)
wien, 2.10. (apa) - bundeskanzler dr. kreisky gab heute zu
erkennen, welche positionen er bei dem am nachmittag vorgesehenen
gespräch mit der israelischen ministerpräsidentin golda meir
beziehen werde. nach der sitzung des ministerrates erklärte
er in beantwortung von fragen der zahlreich erschienenen in- und
ausländischen journalisten, österreich sei nach wie vor bereit,
den jüdischen emigranten aus der sowjetunion die durchreise durch
österreich zu gewähren. der transit müsse sich aber rasch
vollziehen und dürfe nicht in grösseren gruppen erfolgen, da
sonst der entsprechende schutz hiefür nicht gewährleistet werden
könne. die gefährdung des lebens von jüdischen emigranten auf
österreichischem boden müsste vermieden werden. österreichliege
daran, auf keinen fall zu einem nebenkriegsschauplatz der auseinandersetzungen
im nahen osten zu werden. gewisse einrichtungen,
die es bisher im zusammenhang mit der durchreise jüdischer emigranten
aus der su gegeben habe, werde es jedenfalls künftighin
nicht mehr geben.
auf die frage, wann mit einer schliessung des durchgangslagers
schönau zu rechnen sei, erwiderte der kanzler, dies sei
ein technisches problem, über das er zur zeit noch keine genaue
auskunft geben könne. er sei überzeugt, fuhr dr. kreisky fort,
dass die bundesregierung ohnehin in einiger zeit genötigt gewesen
wäre, die israelische regierung davon zu unterrichten, dass
die unterbringung der jüdischen emigranten in schönau nicht mehr
die erforderliche sicherheit biete. schon vor einiger zeit seien
versuche unternommen worden, dieses lager zu attakieren, die
allerdings abgewehrt werden konnten.
dr. kreisky betonte, dass in der vorliegenden angelegenheit
keine einmischungsversuche fremder regierungen in österreich erfolgt
seien. während der aktion der beiden terroristen hätten
sich die arabischen botschafter nicht durch eigene initiative
eingeschaltet, sondern hätten sich auf ersuchen der bundesregierung
zur verfügung gestellt. es sei ihnen gelungen, das ultimatum
der terroristen immer wieder hinauszuszuschieben. nicht ein
einziges mal haben die arabischen botschafter mir oder der bundesregierung
einen vorschlag unterbreitet, unterstrich dr. kreisky.
der bundeskanzler wies auch darauf hin, dass flüchtlingen
aus aller welt weiterhin die möglichkeit einer durchreise durch
österreich haben werden. es wäre freilich wünschenswert,
wenn von nun auch andere länder einen teil der last übernehmen
könnten, die österreich bisher in dieser hinsicht getragen
habe.(forts)+gro+
nnnn

 

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