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30.06.1968 / Meldungs-Nr.: AHI0054 / Ressort: Aussenpolitik (AA) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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a 164 - abendmeldung manöver beendet prag, 30.6. (dpa) - die stabsmanöver der warschaupakttruppen in der tschechoslowakei sind am sonntag nach offizieller =

 
a 164 - abendmeldung manöver beendet
prag, 30.6. (dpa) - die stabsmanöver der warschaupakttruppen
in der tschechoslowakei sind am sonntag nach offizieller
mitteilung zu ende gegangen. wie der manöver-sprecher generalmajor
josef pocepicky nach einer meldung der nachrichtenagentur
ceteka erklärte, bereiten sich die beteiligten einheiten aus der
sowjetunion, polen und ungarn sowie die tschechoslowakischen truppen
auf ihren abmarsch vor. wie er weiter sagte, soll die öffentlichkeit
über die ergebnisse der übungen am dienstag oder mittwoch
auf einer pressekonferenz "in grösstmöglichem rahmen"
unterrichtet werden. die erfahrungen der stabsmanöver würden
jetzt von den beteiligten stäben ausgewertet.
das ende der manöver und der bevorstehende rückzug der
beteiligten truppen waren bereits am samstag in prag offiziell
angekündigt worden. am sonntag verdichteten sich jedoch in der
tschechoslowakischen hauptstadt gerüchte, wonach einige sowjetische
und polnische einheiten auf tschechoslowakischem territorium
feste unterkünfte für sich beansprucht haben sollen. dazu war
eine offizielle stellungnahme noch nicht zu erhalten. die manöver
hatten offiziell am 20. juni unter dem kommando von sowjetmarschall
iwan jakubowski, dem oberbefehlshaber der warschaupakt-streitkräfte,
begonnen. zu den teilnehmern gehörten auch truppen aus der ddr,
die jedoch nur auf eigenem territorium operiert haben sollen.
in der tschechoslowakischen öffentlichkeit war in den vergangenen
tagen immer wieder gefragt worden, warum die manöver zu
dieser jahreszeit stattfanden, obwohl dabei grosse flurschäden
unvermeidbar waren. die offizielle mitteilung, etwaige schäden
würden von den jeweiligen regierungen ersetzt, war auf grosse
skepsis gestossen.
erhebliches aufsehen erregte auch ein artikel in der prager
wochenzeitschrift "kulturni tvorba", wonach die tschechoslowakische
armee eine der teuersten der welt sei und jeder bürger
dafür jährlich rund 90 dollar aufzubringen habe. ein derartiges
"monstrum" habe die frühere staatsführung gafördert. in dem
artikel wird eine umfassende reorganisation dieses "mächtigen
kolosses" vorgeschlagen und die frage nach einer verkürzung des
wehrdienstes aufgeworfen.(schluss)+ra+

 

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