Dossiers aus  Innenpolitik  Aussenpolitik  Wirtschaft  Sport  Chronik&Kultur  Kurioses  Alle Dossiers Suche
20.07.1963 / Meldungs-Nr.: AHI0092 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

 Druckversion    Original-Meldung

i 63 wien, 20.7.(apa)- unterrichtsminister dr. drimmel gab nach der übernahme des vorsitzes in der generalversammlung der rundfunkgesellschaft =

 
i 63
wien, 20.7.(apa)- unterrichtsminister dr. drimmel gab nach der
übernahme des vorsitzes in der generalversammlung der rundfunkgesellschaft
einem apa-vertreter folgende erklärungen zu seinen
persönlichen ansichten in der aktuellen rundfunkfrage:
"das rundfunkproblem ist vorläufig - wie viele andere
ungelöste wichtige probleme unseres landes - dem bereits 18
monate andauernden unentschiedenen kampf der politischen
fraktionierungen zum opfer gefallen. der achter-ausschuss für
rundfunkfragen sollte spätestens einen monat nach der
regierungsbildung zusammentreten. aber die dazu einberufenen
sitzungen mussten einverehmlich dreimal abberaumt werden, ebenso
müsste die konstituierende sitzung der generalversammlung wegen
terminschwierigkeiten verschoben werden, die für 16. juli geplant
gewesene konstituierende sitzung des neugewählten aufsichtsrates
ist auf unbestimmte zeit vertagt. alle energie und arbeitszeit
der massgebenden funktionäre werden durch den kampf um die spitze
konsumiert, es ist ein kampf geworden, dessen strategie nur
der versteht und billigt, der politische toleranz und einigung
im sachlichen unter gegnern geringer schätzt als das experiment
eines systemwechsels. eines systemwechsels, dessen ziele zum
teil vielen unklar sind, dessen auswirkungen aber schon jetzt
die bevölkerung zu spüren bekommt."
nach seinen zielen in der rundfunkpolitik befragt, gab
dr. drimmel an:
'1.) entpolitisierung, durch abschaffung der in der
kompetenzregelung 1956 gestützten regierungsaufsicht über
die programmgestaltung.
2.) einführung des intendanturprinzips zugunsten eines
freien künstlerischen managements im hörfunk und fernsehen
anstatt "politischer inspiration" in der programmgestaltung.
3.) kommerzielisierung der rundfunkgesellschaft, anstatt
der derzeitigen hinkenden, halbfiskalistischen monopolwirtschaft
und als ziel die volle verantwortung der gesellschaft für ihre
einnahmen- und ausgabengebarung.
4.) gebührenregelung durch lösung des gebührenstreites
der verflechtung mit parteiprestige bei gleichzeitiger sachlicher
ordnung der gebühreneinhebung durch vertrag mit dem staat.
5.) vorrangstellung für die kulturellen und volkserzieherischen
aufgaben des hörfunks und fernsehens im interesse der
teilnehmer und der freischaffenden und nachschaffenden künstler,
wissenschafter und sonstigen mitarbeiter in der programmgestaltung.".
(schluss)+1306+sb+

 

Dieser Volltext stellt technisch bedingt nicht den Anspruch auf ein exaktes Abbild der Originalmeldung. Der Grund für die mitunter geringe Qualität ist das Alter des Papiers sowie die damals verwendete Kopiertechnik.

Zur Anzeige der Original-Meldung im PDF-Format benötigen sie Adobe Acrobat Reader.

20.07.1963 / Meldungs-Nr.: AHI0092 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      
© APA - Austria Presse Agentur / Laimgrubengasse 10, 1060 Wien
25.11.1981: Kardinal Ratzinger wird Präfekt der Gaubenskongregation » 26.11.1985: Gesamter VOEST-Vorstand zurückgetreten » 27.11.1971: Eröffnung der Fußgängerzone in der Wiener Innenstadt »