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25.06.1963 / Meldungs-Nr.: AHI0137 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 165 rundfunksdiskussion 1 wien, 25.6.(apa) - zu dem vorschlag des unterrichtsministers =

 
i 165
rundfunksdiskussion 1
wien, 25.6.(apa) - zu dem vorschlag des unterrichtsministers
dr. drimmel in dessen gestrigen brief an bundesminister probst,
wonach die politischen parteien gemeinsam interventionen beim
rundfunk abstellen sollen, nahm heute laut sk der kulturpolitische
referent der sozialistischen partei labg liwanec in einer
vertrauensmännerversammlung stellung. das sozialistische zentralsekretariat,
sagte er, hat bei rundfunk und fernsehen
niemals in programmangelegenheiten interveniert. Die sp habe schon
aus diesem grund nichts abzustellen. anders sei es bei der övp,
die ein mitglied ihres generalsekretariats ausdrücklich dazu
bestimmt habe, mit rundfunk und fernsehen =kontakt= zu halten.
wenn die övp die empfehlung des unterrichtsministers befolgen
will, müsse sie ihren verbindungsmann abziehen, bzw. die interventionen
dieses herrn einstellen.
abg. liwanec stimmte dem minister zu, dass die rundfunkteilnehmer
ein recht auf sachliche nachrichten hätten und
erwarten dürfen, dass divergierende politische meinungen als
solche deklariert werden. aber dies alles stehe schon seit langem im
beschluss der gesellschafter des rundfunks und man müsse diese
beschlüsse nur korrekt einhalten, dann werde es keine beschwerden
geben.
sendungen politischen charakters sind in allen ländern
eine selbstverständlichkeit, erklärte abg. liwanec weiter. die
bevölkerung soll über die politischen geschehnisse unterrichtet
werden. aber in demokratischen ländern müssen diese sendungen
objektiv gestaltet werden, es darf keine zensur des generaldirektors
oder eines seiner beauftragten geben. rundfunk- und fernsehen müssen
auch kritische sendungen bringen. aber dies ist beim österreichischen
rundfunk leider nicht selbstverständlich. erst vor einiger zeit
wurde eine solche kritische sendung ganz einfach vom programm
gestrichen. diese zensur, die von der spitze der gesellschaft
ausgeht und die von führenden herren in der övp veranlasst
wird, ist einem demokratischen land unerträglich. sie ist die
verpolitisierung des rundfunks. dagegen wehren wir uns und wir wissen
auch, dass der unmut dagegen bei den hörern immer stärker wird.
(forts. mgl)wy+2000++

 

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