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12.12.1957 / Meldungs-Nr.: AHI0104 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 88 rundfunk 1 wien, 12.l2.(apa) unabhängigkeit, wirtschaftlichkeit =

 
i 88
rundfunk 1
wien, 12.l2.(apa) unabhängigkeit, wirtschaftlichkeit
und eine den hörerwünschen entsprechede programmgestaltung -
das sind, wie der generaldirektor der gestern gegründeten
neuen österreichischen rundfunkgesellschaft . b h."
dr. karl cejka, heute mittag im beisein der neuen
direktoren dipl. ing. fuchsl, dr. übelhör und freund
bei einer pressekonferenz eklärte, die forderung zu verwirklichen
trachten wird.
die position des staates im rundfunk war bisher weit
stärker verankert, als dies allgemein bekannt gewesen ist.
durch die neugründung wurde der selbstbeschänkung des staates
weitgehend rechnung getragen, erklärte generaldirektor dr.
cejka weiter. der staat ist nun im rahmen des rundfunks
nicht mehr als hoheitsträger aufzufassen, sondern nur als
gesellschafter einer privatrechtlichen gesellschaft. die geschäftsführung
ist auch ausdrücklich dazu verhalten, die programme
des rundfunks und des fernsehens unabhängig zu machen.
der akzent der künftigen tätigkeit der generaldirektion
wird auf kaufmännisch-wirtschaftlichen erwägungen beruhen.
massnahmen zum sparsamstem einsatz der mittel müssen ebenso
wie eine straffe rationalisierung im inneren betrieb als die
grundvoraussetzung zu dauernden sicherung einer tragfähigen
und wirtschaftlich gesunden basis für den rundfunk
angesehen werden.
an eine erhöhung der rundfunkgebühren ist vorerst nicht
gedacht, betonte generaldirektor dr. cejka. erst wenn die
inneren rationalisierungsmassnahmen durchgeführt sein werden,
wird man abschätzen können, welche wirtschaftlichen
massnahmen ergriffen werden müssen. dementsprechend kann
man auch noch nicht absehen, welche höhe eine eventuelle
steigerung der hörergebühren haben wird.
der hörerbeitrag, der dem rundfunk zufliesst, beträgt
derzeit pro tag den wert einer halben semmel. von den sieben
schilling, die von den radiohöhern monatlich entrichtet werden,
entfallen auf den rpogrammbetrieb rund 2,25 schilling
für den technischen betrieb werden rund 1,35 schilling und
für verwaltung und allgemeinen betrieb 58 groschen aufgewendet.
vom rest der 7,00 schilling werden 1,50 schilling
für investitionen verwendet, 1,29 schilling bekommt die
postverwaltung als kostenvergütung.
demgegenüber sind die kosten des programmes wesentlich
gestiegen. ein 100-minuten-hörspiel kostete 1949 3650
schilling, während heute 13.150 schilling dafür aufgewendet
werden müssen. interessant ist auch der vergleich der kosten
die der britische rundfunk für eine sendestunde aufwendet und
die dem österreichischen rundfunk zur verfügung stehen.
die relation beträgt 10:1 dazu kommt noch, dass die technischen
betriebskosten zusehens höher werden. anstatt acht sendern
die 1937 der ravag zur verfügung gestanden sind, gibt
es heute 89 in den verschiedenen bundesländern.
(fortsetzung)+z1+1603

 

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