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11.12.1957 / Meldungs-Nr.: AHI0150 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 133 rundfunk 2 (apa) es ist begreiflich, so erklärte der bundeskanzler weiter, =

 
i 133
rundfunk 2 (apa)
es ist begreiflich, so erklärte der bundeskanzler weiter,
dass die gesamte österreichische öffentlichkeit an der gründung
der neuen gesellschaft lebhaftes interesse zeigt. sowohl rundfunk
wie auch fernsehen sind heut institutionen, die aus unserem
leben nicht mehr wegzudenken sind. ich bin mit meinen kollegen
vom ministerkomitee in der auffassung einig, dass es die aufgabe
des österreichischen rundfunks ist, österreichs kulturschaffen
zu verbreiten, belehrend und unterhaltend zu wirken und dem
hörer auf raschestem weg einen objektiven überblick über
das weltgeschehen zu vermitteln. der rundfunk soll und darf
aber nicht ein mittel zur beeinflussung in bestimmter richtung
sein, die den interessen einer gruppe, sei es auch welcher immer,
dient. dies stellen auch die ansonsten sehr allgemein gehaltenen
richtlinien welche die generalversammlung für den vorstand
nunmehr zu beschliessen hat, fest.
ich glaube, die wünsche der überwiegenden mehrzahl der
höhrer zu berücksichtigen, wenn ich die auffassung vertrete,
dass das zukünftige rundfunkprogramm möglichst volksnahe
gestaltet werden soll. die rundfunkteilnehmer sollen wieder
freude am zuhören bekommen und ich glaube, man sollte möglichst
von hochtrabenden politischen auseinandersetzungen abstand
nehmen und derartige sendungen möglichst einschränken. es
soll auch im rundfunk nicht zu viel geredet und zerredet werden,
das gesprochene wort soll in erster linie der kultur dienen.
natürlich braucht der rundfunk für ein gutes programm auch
eine entsprechend gesicherte finanzielle basis. diesbezügliche
vorschläge auszuarbeiten, wird nun sache des aufsichtsrates
der neugegründeten gesellschaft sein, der dieses problem unverzüglich
zu beraten haben wird.
ich möchte meine ausführungen nicht abschliessen, ohne
zweier männer zu gedenken, die dem rundfunk seit seinem beginn
an verantwortungsvollen stellen gedient haben und die nunmehr
mit der neubildung der gesellschaft aus dem aktiven dienst ausscheiden:
ich denke hier an den derzeitigen programmdirektor
professor dr. rudolf henz und an den intendanten von radio
wien dr. sigmund guggenberger. beide haben ihr ganzes können
und ihre ganze pesönlichkeit für den rundfunk eingesetzt
und sie haben auch ausgeharrt, als sich die verhältnisse im
rundfunk während der besatzungszeit besonders schwierig gestaltetet
haben. wiederholt zur besatzungsmacht zitiert, haben sie
die österreichischen interessen tapfer und mutig vertreten und
was der österreichische rundfunk in dieser zeit an unabhängigkeit
retten konnte, ist in erster linie diesen beiden männern
zu verdanken. ich glaube, im namen aller anwesenden zu sprechen,
wenn ich ihnen den aufrichtigen dank für ihr wirken zum
ausdruck bringe." der bundeskanzler schloss seine rede mit
dem dank an die beiden öffentlichen verwalter, die die geschäftsführung
bisher innehatten.
hierauf erfolgte die beurkundung des gesellschaftsvertrages
durch notar dr. filip, wobei als bevollmächtigter der bundesregierung
der präsidialchef des bundeskanzleramtes sektionschef
dr. chaloupka fungierte. die generalversammlung beschloss
ferner die bestellung der geschäftsführer und zwar den
sektionsrat im bundeskanzleramt dr. karl cejka zum generaldirektor,
den derzeitigen öffentlichen verwalter dipl.ing. wilhelm
füchsl zum technischen direktor, den bisherigen öffentlichen
verwalter prof.dr. alfons übelhör zum progammdirektor rundfunk
und den bisherigen programmleiter fernsehen gerhard freund
zum fernsehdirektor. (fortsetzung)ch 1800+

 

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