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15.06.1961 / Meldungs-Nr.: AHI0017 / Ressort: Aussenpolitik (AA) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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a 37 havanna ,l5.6.(afp} in seiner ersten pressekonferenz seit nahezu eineinhalb jahren erklärte der kubanische ministerpräsident =

 
a 37
havanna ,l5.6.(afp} in seiner ersten pressekonferenz seit
nahezu eineinhalb jahren erklärte der kubanische ministerpräsident
fidel castro gestern abend, er sei mit dem verlauf der verhandlungen
zufriden, die von einem privaten nordamerikanischen komitee
geführt werden. es wäre kuba jedoch lieber, fügte castro hinzu,
wenn es seine gefangenen gegen politische häftlinge austauschen
könnte, die derzeit in den vereinigten staaten, in spanien, in
guatemala, nicaragua und puerto rico festgehalten werden.
vor zwanzig journalisten, grösstenteils nordamerikanern,
zeigte sich castro sehr entspannt und liebenswürdig und forderte
die pressevertreter auf, im laufe des heutigen tages die errungenschaften
der revolution, vor allem die landwirtschaftlichen
genossenschaften, zu besuchen.
auf die frage, was er über eine eventuelle zusammenkunft mit
präsident kennedy denken würde, lehnte castro eine direkte antwort
ab und sagte nur, man solle nicht glauben, dass er eine solche unterredung vorgeschlagen hätte. kuba habe den gedanken
an gespräche nie aufgegeben. immerhin würde jede bemühung
dieser art nutzlos sein, solange die vereinigten staaten die
existenz der kubanischen revolution nicht anerkannt hätten und
nicht darauf verzichten wollen, sie zu zerstören.
der kubanische ministerpräsident erklärte, er habe seinen
nordamerikanischen unterhändlern die endgültige liste der gefangengenommenen
invasoren übergeben, deren zahl sich auf 1173
belaufe. darin nicht eingeschlossen seien drei spanische militärgeistliche,
16 kriegsverbrecher des batista-regimes, zwei invasoren,
die nach ihrer gefangennahme einen kubanischen militionär
töteten und schliesslich drei "chefs" - manuel artime, san
roman und olivia-, die nur gegen politische gefangene ausgetauscht
werden würden.
abschliessend stellte castro fest, die revolution
sei sozialistisch, aber der kubanische staat sei es nicht und habe
sogar "bürgerliche reminisszenzen".(schluss)1028+my



 
zum Dossier Kubakrise

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