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16.01.1966 / Meldungs-Nr.: AHI0006 / Ressort: Aussenpolitik (AA) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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a 16 havanna, 16.1. (reuter) - der kubanische ministerpräsident fidel castro erklärte heute nacht, kuba sei bereit, freiwillige =

 
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havanna, 16.1. (reuter) - der kubanische ministerpräsident
fidel castro erklärte heute nacht, kuba sei bereit, freiwillige
nach vietnam, laos, kambodscha oder sonst irgendwohin zu entsenden,
wo es die sache der revolution erfordert. gleichzeitig
rief er zu einer allgemeinen bewaffneten revolution in ganz
südamerika auf.
castro sprach in der feierlichen schluss-sitzung der
dreikontinente-solidaritätskonferenz der kommunistischen und revolutionären
parteien und guerilla-bewegungen aus afrika, asien und
lateinamerika. unter bezugnahme auf südostasien sagte er, "für
die kubaner ist das schlachtfeld gegen den imperialismus die ganze
welt, tausende und abertausende kubaner haben ihren wunsch geäussert,
überall dorthin zu gehen, wo die revolutionären bewegungen
hilfe brauchen - das ist auch der fall für laos, nordvietnam
und südvietnam"
im zusammenhang mit südamerika sagte er, "die bedingungen
für eine revolution in vielen amerikanischen ländern sind reif
und der kampf wird die gewaltsamsten formen annehmen, wir brauchen
eine gemeinsame strategie, einen gemeinsamen und gleichzeitigen
kampf in diesem teil der weit, dann werden die völker santo
domingos, guatemalas, venezuelas oder columbiens nicht allein
dem yankee-imperialismus gegenüberstehen. und dann wird der
yankee-imperialismus sich auch nicht nur den unterdrückten
völkern brasiliens, boliviens, ecuardors und argentiniens gegenübersehen,
alle revolutionäre müssen ihre pflicht erfüllen
und die pflicht jedes revolutionärs ist die revolution".
castro verlangte ferne die bestrafung der mörder des
marokkanischen linkspolitikers ben barka, der präsident des
vorbereitungskomitees der havanna-konferenz war und im vergangenen
oktober unter mysteriösen umständen aus paris entführt
wurde.
die jüngsten staatsstreiche in afrika - im kongo, in
der zentralafrikanischen republik und nigerien - hätten die
verzweifelten bemühungen der imperialisten offenbar werden lassen,
ihre position in diesem teil der welt zu festigen.
castro gab ferner bekannt, dass der leiter des aussenpolitischen
ausschusse der kubanischen kp, osmany cienfuegos, generalsekretär
der neuen solidaritätsorganisation der afro-asiatisch-lateinamerikanischen
völker sein werde, deren sitz in havanna
sein wird.
unter bezugnahme auf ernesto "che" guevara, seinerzeit
die rechte hand castros, der vor einem jahr von der bildfläche verschwand,
sagte castro, einige revolutionäre in kuba und auch
anderswo wüssten, wann er kuba verlassen habe und was er seither
tue. "natürlich möchte die imperialisten gern
wissen, wo er ist, aber logischerweise berief er keine pressekonferenz
ein, um das bekanntzugeben". (sc luss) mzi+to

 
zum Dossier Kubakrise

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