Dossiers aus  Innenpolitik  Aussenpolitik  Wirtschaft  Sport  Chronik&Kultur  Kurioses  Alle Dossiers Suche
11.05.1963 / Meldungs-Nr.: AHI0020 / Ressort: Aussenpolitik (AA) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

 Druckversion    Original-Meldung

new york - 11.5. (ap/reuter). der kubanische ministerpräsident dr. fidel castro würde gerne mit präsident kennedy zusammenkommen. dies deutete er in einem fernseh-interview =

 
new york - 11.5. (ap/reuter). der kubanische ministerpräsident
dr. fidel castro würde gerne mit präsident kennedy
zusammenkommen. dies deutete er in einem fernseh-interview
mit der abc-kommentatorin lisa howard an, das noch vor der
abreise castros nach der sowjetunion aufgenommen worden war und
gestern abends gesendet wurde. kuba sei durchaus bereit, mit
den usa ins gespräch zu kommen und eine grundlage für bessere
beziehungen zwischen den beiden staaten zu suchen.
in beantwortung verschiedener fragen sagte castro, die
vereinigten staaten hätten bereits einige kluge und intelligente
schritte auf dem wege zum frieden unternommen, so die einstellung
der piratenangriffe auf kuba. er versicherte, dass er am anfang
überhaupt nicht die absicht gehabt hätte, die beziehungen mit
den usa abzubrechen. er könne nicht genau sagen, was geschehen
wäre, wenn die usa die zuckerimporte aus kuba nicht eingestellt
und alle handelstore nach kuba geschlossen, sondern sich mit
der verstaatlichung der amerikanischen industrie auf kuba abgefunden
hätten. nur soviel glaube er behaupten zu können,
dass die beziehungen dann ganz andere wären, als sie heute
sind. radikal wäre die revolution auf jeden fall gewesen,
er sei aber überzeugt, dass die feindselige haltung der vereinigten
staaten zu ihrer radikalisierung beigetragen habe.
zu den beziehungen kubas zu der sowjetunion sagte dr.
castro, dass die russen keinerlei politische bedingungen an ihre
wirtschaftshilfe geknüpft hätten. für diese hilfe müsse man
ihnen äußerst dankbar sein. hinsichtlich der sowjetischen
techniker in kuba meinte castro, sollte kuba angegriffen werden,
würden diese techniker an der seite kubas gegen jeden aggressor
kämpfen.
wenn man davon redet, dass kuba versuche, die revolution
in den lateinamerikanischen ländern zu exportieren, so glaube
er nicht an den export der revolution. revolutionen finden
eben statt oder nicht.
auf eine weitere frage, ob er es für möglich halte,
dass kuba eines tages einen neutralen kurs einschlage und er
eines tags der tito des karibischen raums werde, meinte der
ministerpräsidemt, sein ideal sei nicht der neutralismus
sondern der friede. sicher hege er aber nicht den wunsch, sich
zum tito im karibischen raum zu machen.
der amerikanische senator hubert h. humphrey (minnesota)
äusserte sich zu dem interview: "wir werden uns mit castro
so lange nicht an einen verhandlungstisch setzen, als kuba zum
stützpunkt für die sowjetische miltärmacht benützt wird",
und senator kenneth keating (new york) sagte: "verhandeln
können wir so lange nicht, als die russischen truppen
und waffen nicht aus kuba abgezogen sind." (schluss) 1030 mzi+

 
zum Dossier Kubakrise

Dieser Volltext stellt technisch bedingt nicht den Anspruch auf ein exaktes Abbild der Originalmeldung. Der Grund für die mitunter geringe Qualität ist das Alter des Papiers sowie die damals verwendete Kopiertechnik.

Zur Anzeige der Original-Meldung im PDF-Format benötigen sie Adobe Acrobat Reader.

11.05.1963 / Meldungs-Nr.: AHI0020 / Ressort: Aussenpolitik (AA) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      
© APA - Austria Presse Agentur / Laimgrubengasse 10, 1060 Wien
25.11.1981: Kardinal Ratzinger wird Präfekt der Gaubenskongregation » 26.11.1985: Gesamter VOEST-Vorstand zurückgetreten » 27.11.1971: Eröffnung der Fußgängerzone in der Wiener Innenstadt »