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13.01.1975 / Meldungs-Nr.: AHI0010 / Ressort: Aussenpolitik (AA) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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a 11 - castro hält nichts vom "export der revolution" mehr 1 (zwei teile) mexiko - stadt, 13.1. (dpa) - fidel castro, chef des =

 
a 11 - castro hält nichts vom "export der revolution" mehr 1
(zwei teile)
mexiko - stadt, 13.1. (dpa) - fidel castro, chef des
einzigen kommunistischen staates in der westlichen hemisphäre,
hält nichts mehr vom "export der revolution", sondern propagiert
jetzt die friedliche koexistenz. aus dem hitzigen 31jährigen
revolutionär, der vor 16 jahren mit einer schar partisanen den
diktatoe fulgencio batista verjagte und anschliessend zur überraschung
praktisch der ganzen welt auf kuba das kapitalistische
system abschaffte, ist ein realpolitiker geworden.
"wir müssen die dinge doch realistisch sehen", war eine
seiner häufigsten formulierungen in einem interview, das er zum
wochenende einer gruppe mexikanischer journalisten in havanna
gab. "die revolution ist ausschliesslich angelegenheit des
einzelnen volkes und niemand kann ihm das abnehmen", sagte der
heute 47jährige partei- und regierungschef. er fügte hinzu:
"es wäre utopisch anzunehmen, dass die sozialistische revolution
heute in lateinamerika auf der tagesordnung stehe."
diese worte stehen im kontrast zum revolutionären eifer, mit
dem der bärtige kubaner 1967 verkündet hatte: "wir werden ein,
zwei, drei .... viele vietnam in lateinamerika schaffen". damals
brach sein mitkämpfer ernesto "che" guevara von kuba aus
zum partisanenkrieg im bolivianischen dschungel auf und landeten
schiffe aus kuba mit nachschub für die guerrilleros von douglas
bravo an einsamen küsten venezuelas.
mit dem offiziellen verzicht auf die unterstützung revolutionärer
bewegungen in anderen ländern befindet sich castro völlig
im einklang mit der sowjetunion, die mit ihrer wirtschaftlichen
hilfe entscheidend zum überleben des kommunistischen regimes vor
der haustür der usa beigetragen hat. (folgt zwei und schluss)
+mzi+

 
zum Dossier Kubakrise

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