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03.06.1961 / Meldungs-Nr.: AHI0069 / Ressort: Sonderdienste (SD) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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kc 4 pressestimmen 1 wien, 3.6.(apa) die unabhängige wiener tageszeitung =

 
kc 4
pressestimmen 1
wien, 3.6.(apa) die unabhängige wiener tageszeitung
"die presse" bringt heute aus der feder von otto
schulmeister interviews mit bundeskanzler gorbach und aussenminister
kreisky zu dem bevorstehenden gipfeltreffen
zwischen kennedy und chruschtschow.
bundeskanzler gorbach zeige sich über die aussprache
der beiden staatsmänner und die wahl wiens als ort der begegnung
sehr befriedigt. die wahl wiens sei die frucht der politik eriner
aktiven neutralität. so wenig von dem ersten gespräch der staatsmänner
amerikas und der sowjetunion ein wunder zu erwarten
sei, so könnte doch in diesem oder jenem punkt der faden gefunden
werden , der aus dem Labyrinth des kalten krieges herauszu-
führen vermöchte die bundesregierung und österreichs öffentlichkeit
wären jedenfalls glücklich , betonte abschliessend
bundeskanzler gorbach , wen eine solche entwicklung von dem
wiener gespräch ihren ausgang nehmen sollte.
auf die frage , was er sich von dem wiener gipfeltreffen
verspreche , erwiderte aussenminister kreisky , dass zwar ,
wenn das gespräch erfolgreich sein sollte, gewisse annäherungen
daraus hervorgehen würden, vereinbarungen aber selbst nicht
möglich seien, wenn das gespräch von der einen seite nur stellvertretend
für andere mitgeführt werde. sollte sich der
gerade von österreichischer seite erhoffte erfolg einstellen ,
so wäre die konsequenz wohl die einberufung einer gipfelkonferenz
zu viert.
zur neutralität als maxime der aussenpolitik und was von
einer engeren zusammenarbeit der paktfreien staaten zu halten
sei, erklärte aussenminister kreisky , dass die neutralen staaten
europas prinzipiell freiheitlich demokratisch orientiert seien. auch
seien versuche eines zusammenschlusses der paktfreien staaten
von der idee einer "dritten kraft" inspiriert. derartige
gesichtspunkte könnten die neutralen demokratien europas nicht
leiten und österreich beteilige sich deshalb auch nicht an
darartigen bestrebungen.
das wiener gespräch der führer der beiden weltmächte sei
schon deshalb zu begrüssen , weil die gefahren für den weltkrieg
viel grösser wären als man es in dem nirwana einer
beispiellosen prosperität und infolge der gewöhnung an die
kriegsdrohung wahrhaben wolle. (forts.)+zl+0900+

 

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