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07.06.1961 / Meldungs-Nr.: AHI0022 / Ressort: Aussenpolitik (AA) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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a 35 kennedy zusammenfassung washington, 7.6.(reuter/ap/afp) präsident kennedy =

 
a 35
kennedy zusammenfassung
washington, 7.6.(reuter/ap/afp) präsident kennedy
bezeichnete dienstag abend seine wiener besprechungen mit
chruschtschow als "äusserst nüchterne zwei tage", an denen
"weder ein vorteil oder eine konzession gewonnen oder zugestanden
wurde". in einer 25 minuten fernsehsendung an die
nation vom weissen haus erklärte der präsident, es sei keine
wichtige entscheidung geplant gewesen oder getroffen worden.
es war auch kein ins auge fallender fortschritt beabsichtigt.
chruschtschow und er hätten keine künftigen gipfelbegegnungen
ausgemacht. die wiener besprechungen seien jedoch
"nützlich" gewesen.
präsident kennedy führte an:
1.) die besprechungen lassen keine hoffnung auf einen
fortschritt der genfer ost-west-verhandlungen über ein
atomtestverbot zu.
2.) das dunkelste kapitel der wiener gespräche seien die
fragen deutschland und westberlin gewesen. er habe klar
zu verstehen gegeben, dass die usa entschlossen sei, die
westlichen rechte in berlin unter allen umständen und risiken
zu wahren und dass ein bindender deutscher friedensvertrag
alle angehe, die sich mit deutschtand im kriegszustand
befanden.
3.) er erhoffe in den nächsten tagen einen fortschritt
bezüglich der genfer 14-mächte-konferenz über laos.
4.) zu seinen pariser besprechungen sagte der präsident,
die unterredungen mit präsident de gaulle waren äusserst
ermutigend. gewisse meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden
staaten werden durch die engen beziehungen, die sich zwischen
ihnen entwickelten, weniger bedeutend.
er glaube, dass das bündnis zwischen den usa und
frankreich fester und die beziehungen zwischen ihm und de gaulle
enger geworden seien. auf grund der wiener besprechungen sei zumindest
die chance einer gefährlichen fehlspekulation beider
seiten geringer geworden. chruschtschow habe im allgemeinen
nicht in ausdrücken des krieges gesprochen und glaube,
die welt werde auch ohne krieg den von ihm gewünschten weg
gehen. unsere hoffnungen auf eine beendigung der kernwaffentests,
auf verhinderung der weiteren verbreitung von kernwaffen
und die verlangsamung des wettrüstens haben einen ernsten
schlag erlitten.
zu seinem eintägigen besuch in london sagte kennedy,
dieser sei am ende einer langen reise eine starke erinnerung
daran gewesen, dass der westen in der entschlossenheit
der verfolgung seiner ziele geeint bleibe.
die reise nach paris, wien und london sei ein "unvergessliches
erlebnis" gewesen.
kennedy schloss mit einem appell an das amerikanische volk,
geduldig, entschlossen und mutig zu sein. willen und arbeit
vorausgesetzt, werde die freiheit den sieg davontragen.
(schluss) kl+0340+

 

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