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30.05.1961 / Meldungs-Nr.: AHI0104 / Ressort: Sonderdienste (SD) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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kc 16 kennedy interview 2 (reuter) der sowjetische standpunkt, sich bei der kontrolle und =

 
kc 16
kennedy interview 2 (reuter)
der sowjetische standpunkt, sich bei der kontrolle und
inspektion des atomwaffenversuchsverbots stets ein vetorecht
vorzubehalten, stelle allerdings für die usa ein hindernis
dar, ein realistisches, wirksames und verantwortungsvolles
inspektionssystem auszuarbeiten. dennoch, so sagte kennedy in
diesem interview mit den französischen fernsehen, würden
die usa ihe bemühungen um den erfolgreichen abschluss der
genfer atomabrüstungskonferenz fortsetzen und er hoffe, dass
die us-delegation ende juli anfang august 1961 mit grösstem
vertrauen in den erfolg der abrüstungskonferenz eintreten können
werde. sollte die genfer atomversuchsverbotskonferenz zusammenbrechen,
so sagte kennedy, werde sich in der abrüstungsfrage für die vereinigten
staaten ein sehr ernstes problem ergeben. dies
sei somit eine kritische zeit für alle diese bemühungen.
auf die frage, ob er beabsichtige in südostasien eine
geographische begrenzung der kommunistischen durchdringung zu
errichten, sagte kennedy, unter bezugnahme auf die kürzlichen
ereignisse in laos und südvietnam, die gefahr bestehe weniger
in einer offenen aggression durch ausländische streitkräfte,
die die grenzen überschreiten, sondern viel eher im wirksamen
einsatz von guerilla-kräften. die kommunistischen guerillas
in südostasien bemühten sich zur zeit sehr stark darum, die
kontrolle über die südvietnamesische regierung zu erlangen.
im letzten jahr seien 2.000 regierungsbeamte und 2.000 polizisten
von den viet cong rebellen ermordet worden. für die bemühungen
der usa, den südostasiatischen regierungen beizustehen.
um ihre freiheit zu bewahren, stehe der amerikanischen regierung
ein "harter und schwieriger weg" bevor.
als "eine der ermutigendsten nachkriegsentwicklungen
in der gesamten freien welt bezeichnete präsident kennedy die
zunehmende wirtschafltiche und politische einigung in
westeuropa.
die usa unterstützen diese einigungsbestrebungen zur stärkung
westeuropas, denn "ein starkes europa stärkt die freiheit ".
offensichtlich im hinblick auf seine bevorstehenden besprechungen
mit general de gaulle erklärte kennedy , er sei sehr beeindruckt
wie frankreich wieder die führung in der einigung europas
übernommen habe und er hoffe, dass daraus für die gesamte
westliche welt die stärkste garantie für die aufrechterhaltung
der sicherheit westeuropas und der usa in den kommenden jahren
hervorgehen werde.
abschliessend erklärte präsident kennedy zum thema der
us-hilfe für entwicklungsländer, diese sei auf drei prinzipien
gestützt:
1.die vereinigten staaten , westeuropa und andere wirtschaftlich
aufstrebende länder müssten ihre anstrengungen
zur hilfe unterentwickelter länder verstärken.
2. die entwicklungsländer müssten ihrerseits verstärkte
bemühungen machen, um wirksame wirtschaftspläne
auf längere sicht durchzuführen.
3.abmachungen über wirtschaftliche hilfsaktionen für entwicklungsländer
sollten in zukunft auf längere sicht abgeschlossen
werden, um im allgemeinen eine wirtschafltiche
planung auf längere zeiträume zu erlauben.(schluss)kl+2300+

 

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