Dossiers aus  Innenpolitik  Aussenpolitik  Wirtschaft  Sport  Chronik&Kultur  Kurioses  Alle Dossiers Suche
24.05.1961 / Meldungs-Nr.: AHI0110 / Ressort: Sonderdienste (SD) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

 Druckversion    Original-Meldung

kc 22 new york ,24.5. (dpa) der sowjetische standpunkt zur berlin-frage ist unverändert, jedoch erwartet die sowjetregierung =

 
kc 22
new york ,24.5. (dpa) der sowjetische standpunkt zur
berlin-frage ist unverändert, jedoch erwartet die sowjetregierung
von deutscher seite "positive vorschläge", die präsident kennedy
in wien beim zusammentreffen mit chruschtschow zur diskussion
stellen soll, erklärte ein sowjetischer uno-diplomat in new
york dem hiesigen dpa-korrespondenten auf die frage nach einer
lösung des berlin-problems. am dienstag hatte der sowjetische
uno-botschafter valerian sorin in einer pressekonferenz in
new york zur berlin-frage allgemein erklärt:"sie werden von
mir nicht erwarten, dass ich den sowjetischcen vorschlag
zur lösung der berlin-frage kritisiere. ich halte die von der
sowjet-regierung gemachten vorschläge noch immer für die
beste lösung der berlin-frage.
die moskauer position in den wiener gesprächen zwischen
kennedy und chruschtschow präzisierte dann der sowjetische
diplomat im gespräch mit dem dpa-korrespondenten wie folgt:
1. nach sowjetischen absichten solle es bei diesen gesprächen
die zwei hauptthemen "abrüstung" und "berlin" geben.
2. die sowjet-regierung hält einen kompromiss über berlin
nur dann für aussichtsreich, wenn man die diskussionen
darüber "vollständig vom kalten krieg separiert". dies bedeutet,
dass der westen den standpunkt aufgeben müsse, man
könne das berlin-problem nur im zusammenhang mit der gesamtdeutschen
frage oder mit der abrüstungs-frage oder mit anderen
problemen der weltpolitik regeln.
3. die sowjets haben zur kenntnis genommen, dass die
westlichen vorschläge auf der zweiten genfer aussenministerkonferenz
(1955) eben die berlin-frage und auch sonstige
westliche vorschläge nicht mehr aktuell sind, sonder
dass bei den verhandlungen über berlin "von vorn" begonnen
werden muss.
4. moskau ist sich klar, dass berlin eines der explosivsten
und schwierigsten probleme ist. präsident kennedys entschlossenheit
in der berlin-frage steht für die sowjets ausser zweifel,
weil das prestige der usa-regirung in der welt gerade nach kuba
und laos noch mehr als bisher von der usa-haltung in berlin
abhänge. aber - so lautet die argumentation
der sowjetdiplomatie - man dürfe nicht übersehen, dass das
persönliche prestige chrschwschows - beinahe drei jahre
nachdem er die berlin-frage aufgerollt hatte - ebenfalls
in berlin in hohem masse engagiert sei. daher sei es umso
wichtiger und schwieriger, zu einer lösung zu gelangen, die für
beide seiten akzeptabel ist. (schluss) kl+2120+

 

Dieser Volltext stellt technisch bedingt nicht den Anspruch auf ein exaktes Abbild der Originalmeldung. Der Grund für die mitunter geringe Qualität ist das Alter des Papiers sowie die damals verwendete Kopiertechnik.

Zur Anzeige der Original-Meldung im PDF-Format benötigen sie Adobe Acrobat Reader.

24.05.1961 / Meldungs-Nr.: AHI0110 / Ressort: Sonderdienste (SD) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      
© APA - Austria Presse Agentur / Laimgrubengasse 10, 1060 Wien
22.04.1979: Anschlag auf Synagoge in der Wiener Seitenstettengasse » 23.04.1985: Weinskandal in Österreich aufgedeckt » 24.04.1974: Bundespräsident Jonas in Wien gestorben »