Dossiers aus  Innenpolitik  Aussenpolitik  Wirtschaft  Sport  Chronik&Kultur  Kurioses  Alle Dossiers Suche
14.01.1960 / Meldungs-Nr.: AHI0190 / Ressort: Wirtschaft (WI) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

 Druckversion    Original-Meldung

w 124 wien, 14.1.(apa) die günstigen exportchancen, die sich durch den beitritt österreichs zur efta bieten, standen bei der gestern =

 
w 124
wien, 14.1.(apa) die günstigen exportchancen, die sich durch den
beitritt österreichs zur efta bieten, standen bei der gestern
abgehaltenen tagung des ausschusses für handelspolitik und aussenhandel
der bundeskammer der gewerblichen wirtschaft zu diskussion.
diese beratungen, die im rahmen der aussenhandelstagung der bundeskammer
"efta und finnland" stattfanden, erfolgten gemeinsam mit
vertretern der mit aussenhandelsfragen befassten ministerien.
der vorsitzende des handelspolitischen ausschusses, gen.dir.
dr. h.c. dr. franz-josef mayer-gunthof, erklärte, dass die sicherlich
mögliche erhöhung der exporte nach den partnerländern des
efta-raumes besonderer anstrengungen der österreichischen exportwirtschaft
bedürfe. die efta-länder seien in erster linie absatzmärkte
für österreichische fertigwaren, eine tatsache, der im
hinboick auf die bemühungen zur erhaltung der arbeitsplätze besondere
bedeutung beigemessen werden müssse. trotz der auswirkungen
des efta-vertrages dürfen jedoch die steigenden exportbemühungen
der ewg nach dem efta-raum nicht unterschätzt werden. besonders
hinsichtlich kreditkonditionen sei österreich gegenüber der
konkurrenz aus den ewg-staaten im hintertreffen. deshalb seien
verbesserungen bei der exportfinanzierung und der kreditgewährung
ein vordringliches anliegen der gewerblichen wirtschaft.
aus den referaten der handelsdelegierten in den efta-staaten
und finnland ergab sich, dass in den meisten staaten eine verstärkte
bereitschaft zum bezug österreichischer waren anzutreffen
sei. auch die mit 1. juli wirksam werdende zollsenkung werde sich
insbesondere in dänemark, portugal und der schweiz vorteilhaft
auswirken.
in den referaten der handelsdelegierten wurde u.a. festgestellt,
dass in grossbritannien im november eine nahezu vollständige
liberalisierung erfolgt ist und deshalb am englischen
markt heute mit stärkster konkurrenz zu rechnen sei. obwohl grossbritannien
mit seinen 50 millionen menschen den weitaus grössten
raum des efta-raumes bildet, ist der österreichische export nach
diesem land relativ gering. nur ein sechstel der nach dem ewg-raum
exportierten österreichischen waren werden nach england geliefert.
in den letzten jahren ist das österreichische exportvolumen nach
grossbritannien insbesondere durch den rückgang der schnittholz-
und eisenexporte ständig abgesunken. es werde deshalb besonderer
anstrengungen bedürfen,das verlorengegangene terrain wieder
aufzuholen.
die exporte nach den skandinaviscten ländern konnten jahr
für jahr erhebliche steigerungen verzeichnen. charakteristisch
für den warenverkehr mit skandinavien ist der aussergewöhnlich
hohe anteil österreichischer fertigwaren, der auf diesem markten
abgesetzt werden kann. wie die österreichischen handelsdelegierten
aus schweden, norwegen und dänemark übereinstimmend feststellten,
ergibt sich durch den beitritt österreichs zur efta ein besonderes
interesse für den bezug österreichischer waren. dies zeigt sich
schon daraus, dass die in den letzten monaten bei den aussenhandelsstellen
einlaufenden bezugswünsche für österreichische erzeugnise
sich verdoppelt bzw. verdreifacht haben. in gleicher weise
ist auch die österreichische wirtscahft an einer ausweitung
ihrer exporte nach skandinacien stärkstens interessiert.
20prozentige zollsenkung wird bei schweden und norwegen -
die bekanntlich länder mit einem niederen zollniveau sind - nicht
allzusehr ins gewicht fallen. bei dänemark jedoch, das mit 1.
märz 1960 einen neuen zolltarif in kraft setzt, wird sich der mit
1. juli vorgesehene zollabbau bei einer reihe von waren vorteilhaft
auswirken. gleichzeitig mit der inkraftsetzung des neuen
zolltarifs wird dänemark einen grossteil seiner importe von den
mengenmässigen restriktionen befreien.
der kürzlich in kraft gesetzte neue zolltarif protugals, der
ziemlich starke erhöhungen mit sich gebracht hatte, wird
ähnlich wie für dänemarkt nach der 20prozentigen zollsenkung die
chance für ein ereihe österreichischer erzeugnisse am portugiesischen
markt verbessern. das gleiche gilt für die schweiz,wo
mit 1. jänner ein neuer zolltarif wirksam wurde. die schweiz nimmt
heute bereits etwa die hälfte der österreichischen gesamtexporte
nach dem efta-raum auf. dennoch ergeben sich weitere exportchancen,
die sich allerdings in einem relativ bescheidenen rahmen halten
dürften.
im verlauf der beratungen des handelspolitischen ausschusses
wurde zum ausdruck gebracht, dass die bundeskammer bereits umfangreiche
vorarbeiten für eine erfassung sich bietender exportchancen
im efta-raum durchgeführt hat und dass die bevorstehende österreich-woche
in stockholm sowie die interessenten-meetings in stockholm
und lissabon zur ausnützung der sich bietenden möglichkeiten
beitragen werden. die durchführung von weiteren veranstaltungen im
efta-raum wird derzeit erwogen.(schluss)1610+bi

 

Dieser Volltext stellt technisch bedingt nicht den Anspruch auf ein exaktes Abbild der Originalmeldung. Der Grund für die mitunter geringe Qualität ist das Alter des Papiers sowie die damals verwendete Kopiertechnik.

Zur Anzeige der Original-Meldung im PDF-Format benötigen sie Adobe Acrobat Reader.

14.01.1960 / Meldungs-Nr.: AHI0190 / Ressort: Wirtschaft (WI) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      
© APA - Austria Presse Agentur / Laimgrubengasse 10, 1060 Wien
25.11.1981: Kardinal Ratzinger wird Präfekt der Gaubenskongregation » 26.11.1985: Gesamter VOEST-Vorstand zurückgetreten » 27.11.1971: Eröffnung der Fußgängerzone in der Wiener Innenstadt »