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02.11.1966 / Meldungs-Nr.: AHI0170 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 226 - proteste - zusammenfassung 1 wien, 2.11.(apa)- in zahlreichen betrieben wiens und einiger bundesländer kam es heute zu proteststreiks gegen die einreise =

 
i 226 - proteste - zusammenfassung 1
wien, 2.11.(apa)- in zahlreichen betrieben wiens und einiger
bundesländer kam es heute zu proteststreiks gegen die einreise
dr. otto habsburgs. in der steiermark dürften rund 70.000
arbeitnehmer, ungefähr ein drittel der steirischen unselbständig
beschäftigten, gegen die einreise dr. otto habsburgs gestreikt
haben. die streiks dauerten bis zu maximal zwei stunden.
aus kärnten werden nur kurze proteststreiks in drei firmen
gemeldet, in wien kam es zu protestversammlungen in grossbetrieben
sowie in den städtischen unternehmungen. aus oberösterreich
wird berichtet, dass in nahezu allen grossbetrieben des bundeslandes
protestaktionen stattfanden.
in den betriebsversammlungen, die den streiks vorangingen
oder während des streiks abgehalten wurden, nahmen die arbeiter
und angestellten resolutionen an, in denen besonderes gewicht
auf die forderung gelegt wird, dass dr. otto habsburg sein
vermögen nicht zurückerhalten dürfe.
das präsidium des ögb hat auf grund der erregung in
den betrieben den ögb-bundesvorstand einberufen, der in einer
mit den stimmen der sozialistischen und der christlichen gewerkschafter
angenommenen resolution u.a. feststellt, diese aktionen
wären zu verhindern gewesen, wenn die österreichische bundesregierung
die vom gewerkschaftsbund wiederholt verlangte klarstellung
in frage rückgabe von vermögenswerten an die familie
habsburg abgegeben hätte. der bundesvorstand beauftragte darum
das präsidium des ögb, von der bundesregierung raschest eine
verbindliche erklärung zu verlangen, in der festgestellt wird,
dass kein vermögen der republik österreich an die familie
habsburg abgegeben wird. eine solche erklärung sollte auch vor
dem nationalrat abgegeben werden, zur unterstützung dieser
forderung wendet sich der ögb-bundesvorstand auch an alle im
nationalrat vertretenen politischen parteien.
die vertreter der kommunistischen fraktion stimmten gegen
die resolution, obwohl sie sich mit dem inhalt einverstanden
erklärten, weil sie ihnen nicht weitgehend genug war. der
pressedienst der kommunistischen partei schreibt, die sozialistische
gewerkschaftsfraktion trage ihrer verantwortung nicht rechnung.
unterstützt vom öaab, wolle sie im bundesvorstand des ögb
den kampf gegen habsburg auf die verhinderung der vermögensauslieferung
beschränken. die kommunisten wollen jedoch jeden neuen
einreiseversuch otto habsburgs durch massenstreiks vereiteln.
(forts)+sb+

 

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