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08.06.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0114 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 120 luftfahrt 2 (apa) letzter schritt bleibt nun die schaffung einer =

 
i 120
luftfahrt 2 (apa)
letzter schritt bleibt nun die schaffung einer
flugverkehrsgesellschaft, die selbst den transport von personen,
post und fracht durchzuführen imstande sein wird. bis jetzt
darf das in österreich ja leider nur von ausländischen
gesellschaften besorgt werden. das verkehrsministerium hat sich
natürlich auch damit beschäftigt und die entsprechenden
vorbereitungen getroffen. der ministerrat hat schon vor jahren
auf antrag des verkehrsministeriums beschlossen, dass ein
solches luftverkehrsunternehmen der öffentlichen hand vorbehalten
bleiben soll. dieser beschluss ist nicht zuletzt
in der erwägung gefasst worden, dass die beteiligung von
privatkapital bereits einmal zur überfremdung und damit zum
überwiegen ausländischer politischer einflüsse in der
österreichischen zivilluftfahrt geführt hat. als öffentliche
hand ist nicht der bund allein zu verstehen, sondern das
sind dieselben gebietskörperschaften, die an der gründung
der flughafengesellschaften im letzten jahr mitgewirkt
und die damit ein unmittelbares interesse am österreichischen
flugverkehr bekundet haben.
ich wurde auf grund dieses ministerratsbeschlusses
auch ermächtigt, betonte minister waldbrunner. sogleich nach
dem fortfall der hemmnisse für die gründung und führung
eines solchen luftverkehrsunternehmens zu sorgen. die sozialisten
der regierung halten sich an diesen beschluss gebunden.
spekulationen anderer art, die in der letzten zeit in der
öffentlichkeit wiederholt erörtert wurden, haben daher keine
aussicht auf erfolg. sie tragen nur unnötige unruhe in die
öffentlichkeit und sind dazu angetan, den sicherlich nicht
leichten start des österreichischen zivilluftverkehrs zu
erschweren. die seinerzeitige absicht der regierung
war, mit der gründung eines solchen österreichischen
luftverkehrsunternehmens zunächst den österreichischen
bedarf und die unmittelbaren zwischenstaatlichen verkehrsbedürfnisse
zu befriedigen. an dieser ansicht hat sich nichts
geändert.
wir werden für den anfang sicher rat und hilfe befreundeter
staaten und ihrer luftverkehrsunternehmen brauchen.
ich führe diesbezüglich vorbereitende besprechungen.
damit ich der regierung zeitgerecht vorschläge machen kann.
ich stehe auf dem standpunkt, dass gemäss dem seinerzeitigen
ministerratsbeschluss ein solches österreichisches luftverkehrsunternehmen,
das eigentum der öffentlichen hand
ist, ins leben gerufen werden soll, sobald das verbot
der alliierten wegfällt. wir können den luftverkehr in österreich
auf die dauer nicht fremden gesellschaften allein überlassen.
österreich hat auch im luftverkehr aufgaben zu
erfüllen. sie werden zweifellos mit den anderen verkehrszweigen
abzustimmen sein und vielleicht nur in zusammenarbeit
mit diesen erfüllt werden könnne. das ist ein grund mehr
dafür, dass sich die öffentliche hand dieses neuen verkehrszweiges
nachdrücklich annimmt.
wenn wir ernstlich wollen, schloss minister waldbrunner,
werden wir auch im luftverkehr das versäumte rasch wieder
aufholen. die erfolge der letzten jahre, die nur unter
den grössten hindernissen erreicht worden sind, geben uns
berechtigte hoffnung hiezu. wir appellieren nun an die alliierten,
sehr rasch die letzten hemmnisse für die entwicklung des
österreichischen luftverkehrs zu beseitigen. (schluss)+
1842+ba+

 

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