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09.11.1963 / Meldungs-Nr.: AHI0217 / Ressort: KI (KI) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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k 65 vorrang opernpressekonferenz 1 =

 
k 65
vorrang
opernpressekonferenz 1
wien, 9.11. (apa) - "wenn sie erwarten, dass ich
hier meine demission anbiete, dann muss ich sie schwer enttäuschen.
ich denke gar nicht daran zurückzutreten",
meinte heute herbert von karajan im verlaufe einer pressekonferenz
in der staatsoper. es seien jedoch in der finanz-
und budgetdebatte im parlamentsausschus dinge gesagt
worden, die nicht unwidersprochen bleiben sollen, da der
streit der meinungen damit in eine allzu persönliche
sphäre gerückt worden sei.
der mailänder vertrag, der 1956 abgeschlossen und
von der bundestheaterverwaltung formell unterzeichnet worden
war, diene dazu, den austausch italienischer und deutscher
sänger zu vereinfachen und zu erleichtern. es sei aber völlig
falsch, dass die italiener aus diesem vertrag mehr vorteile
hätten als die österreicher. herbert von karajan führte
als beispiel an, dass die wiener staatsoper in letzter
zeit aus mailand vier inszenierungen übernommen hatte, die
bestenfalls ein fünftel von dem gekostet hätten, was man
für eine eigeninszenierung in wien ausgeben hätte müssen.
ein weiteres plus des vertrages sei, dass ja die bedeutendsten
sänger, die für viele jahre an die mailänder scala gebunden
sind, dadurch automatisch auch für wien zu
engagieren seien, während man sie auf dem "freien markt"
kaum bekommen könnte.
auf den vorwurf der hohen gagen eingehend, meinte
karajan, dass man in österreich diese preise nicht
ändern könne, da ja der internationale markt von angebot
und nachfrage bestimmt werde. vergleiche mit beamten, wie
sie in der parlamentsausschussdebatte angestellt worden
waren, könne man in diesem fall nicht anwenden,
da sie völlig sinnlos seien. "wollen wir von unserer heutigen
spitzenentgeltung heruntergehen?", fragte karajan. der
einzige vorwurf, den er sich gerne gefallen lasse, sei der,
dass er das publikum durch gute vorstellungen verwöhnt habe.
(forts.)+tz+1136+

 

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