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k 48 berlin, 20.6. (dpa) - "holt karajan die besten künstler nach wien? dann bleibt für berlins opernleben nur noch ein =

 
k 48
berlin, 20.6. (dpa) - "holt karajan die besten künstler
nach wien? dann bleibt für berlins opernleben nur noch ein
schattendasein". so kommentiert heute die "berliner zeitung"
(bz) das angebot karajans an den heldentenor der westberliner
städtischen oper, ludwig suthaus, einen mehrjährigen vertrag
mit der wiener staatsoper abzuschliessen.
die für das berliner musikleben verantwortlichen persönlichkeiten,
die in den letzten eineinhalb jahren mit dem
dirigenten herbert von karajan verhandelten, seien den
diplomatischen künsten karajans nicht gewachsen gewesen,
meind die "bz". "dass der dirigent die reklame, die man in
berlin um ihn machte, lediglich dazu benutzte, um ihn in wien
kostbarer zu machen, das wusste jeder, der die ambitionen und
die diplomatie karajans seit längerem verfolgt". nun, da
karajan am ziel, sein vertrag mit der wiener oper unterzeichnet
und austausch-gastspiele mit der mailänder scala festgelegt
seien, nun sehe es ganz so aus, als ob "durch schlechte berliner
kulturdiplomaten den berliner philharmonikern durch die mitwirkung
karajans zwar genützt - gleichzeitig aber das berliner
opernlebenzu einem schattendasein verurteilt werden wird".
das österreichische unterrichtsministerium habe jetzt
riesensummen der wiener oper zur verfügung gestellt. karajan
werde wahrscheinlich nicht nur suthaus, sondern auch "schätze
wie die grümmer, die otto, rita streich, fischer-dieskau nach
wien locken - verbunden mit der super-lockung, dass auch ein
auftreten an der mailänder scala gesichert sei".
wie könne man verhindern, dass das berliner opern- und
musikleben in unwichtigkeit versinkt, fragt die "bz" und
antwortete: "zwanzig philharmonische konzerte karajans genügen
da überhaupt nicht". (schluss)+ru+1138+

 

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