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13.06.1956 / Meldungs-Nr.: AHI0240 / Ressort: KI (KI) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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k 106 vorrang karajan 1 =

 
k 106
vorrang
karajan 1
wien, 13.6. (apa) die pläne, herbert karajan an die wiener
staatsoper zu binden, haben nun folgende konkrete formen
angenommen: für die dauer von zehn monaten pro jahr soll
karajan die künstlerische gesamtverantwortung des hauses
übernehmen. gleichzeitig wurde das amt des generalsekretärs
der staatsoper geschaffen, für das dr. egon seelfehlener ausersehen
ist. der vertrag mit karajan soll von jahr zu jahr erneuert
werden. ein kollegium namhafter dirigenten, genannt wurden
die namen böhm, cluytens, giulini, kemp, knappertbusch,
kripps, motropoulos, rossi und szell wird gemeinsam mit karajan
und den ständigen kapellmeistern des hauses das repertoire
und die neueinstudierungen betreuen. karajan wird jedoch nicht
den titel direktor führen.
der endgültige abschluss ist noch nicht erfolgt, die oben
genannten richtlinigen, die der leiter der bundestheaterverwaltung,
ministerialrat ing. marboe und karajan selbst heute
im österreichischen presseklub vor in- und ausländischen
journalisten erläuterten, erfolgten vielmehr, um die öffentlichkeit
über die pläne für die neuordnung in der wiener staatsoper
zu informieren.
karajan hat bereits vor einiger zeit mitgeteilt, dass
sein lebenslänglicher vertrag mit den berliner philharmonikern
durch irgendwelche neue bindungen unangetastet bleiben müsste.
dabei bleibt es und die tätigkeit an der spitze dieses
orchesters wird etwa zweieinhalb monate im jahr in anspruch
nehmen. ausserdem wird karajan auch seine mitarbeit an der
mailänder scala fortsetzen, wobei allerdings an einen gastspielaustausch
zwischen wien- und mailand gedacht ist - zwei
aufführungen der scala in wien und zwei bis drei vorstellungen
der staatsoper in mailand - sodass dieses arrangement zumindestens
teilweise zur wiener tätigkeit karajans zu rechnen wäre.
in seiner rede vor den pressevertretern bekannte sich karajan
zu der künstlerischen erbschaft richard strauss', "dass
das grosse haus gleichsam als eine permanente ausstellung
eines opern-ensembles, mit immerwährender probenarbeit und
dem besten künstlerischen und orchesterpersonal zu führen
sei". das festhalten am repertoire-theater bleibt auch für
karajan eine selbstverständlichkeit obwohl, wie er erklärte,
nicht verkannt werden dürfe, dass sich innerhalb der letzten
30 jahren die voraussetzungen für repertoirebildungen und
die ansprüche des publikums sich weitgehend geändert haben.
wie aus den anfragebeantwortungen von ministerialrat marboe zu
entnehmen war, lässt sich die tatsächliche dauer des aufenthaltes
herbert karajans im verlaufe einer saison in wien nicht
ganz genau präzisieren. er wird jedoch von seiner tätigkeit,
in berlin, mailand und den salzburger festspielen abgesehen,
seine übrigen bisherigen verpflichtungen, so z.b. in london,
aufgegen. (fortsetzung) ch 1740+ v

 

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