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21.10.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0202 / Ressort: KI (KI) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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k 157 wien, 21.10.(apa) bei einer presseführung durch die wiener staatsoper, zu der handelsminister dr. illig, in-und ausländische =

 
k 157
wien, 21.10.(apa) bei einer presseführung durch die wiener
staatsoper, zu der handelsminister dr. illig, in-und ausländische
journalisten eingeladen hatte, erklärte der minister, dass
mit der eröffnung der wiener staatsoper das "grösste und
edelste staatliche wiederaufbauvorhaben" abgeschlossen sei.
die gesamtbaukostensumme für die wiener staatsoper
beläuft sich auf 260 millionen schilling, erhalten waren
von der oper, die am 12. märz 1945 ausbrannte, das stiegenhaus,
das foyer, die loggia, der festsalon und ein teil der prunkräume.
vom bühnenhaus und zuschauerraum waren nur die mauern stehengeblieben.
beim wiederaufbau waren etwa 750 arbeiter im haus und
etwa die doppelte anzahl in den werkstätten der lieferbetriebe
beschäftigt. insgesamt 40 konsulenten, ausführende künstler
und architekten waren mit den entwürfen und plänen befasst.
die gestaltung des neuen zuschauerhauses hatte prof.
erich boltenstern, die gestaltung des pausenraumes an der kärntnerstrasse
prof. zeno kossak, die des pausenraumes an der operngasse
die architekten prossinger und vevela (salzburg). prof. rudolf
eisenmenger entwarf den eisernen vorhang und die gobelins
in pausenraum an der kärntnerstrasse und bildhauer heinz
leinfellner die marmorwandmosaike im pausenraum an der operngasse.
der zuschauerraum ist in den farben creme, rot und gold
gehalten. die frühere hofloge, die jetzige mittelloge,
wurde im obersten drittel unterteilt und in dem dadurch gewonnen
raum eine regiekabine eingebaut, die durch einen roten vorhang
verdeckt ist. auf der ehemaligen dritten galerie wurden die
logen weggelassen und auf der vierten galerie, die früher
durch säulen gestützt war, sind alle säulen weggelassen worden,
so dass es im ganzen haus keinen säulensitz mehr gibt, ausserdem
haben die dritte und die vierte galerie einen grossen pausenraum
erhalten.
die ehemalige kaiser-und erherzogstiege, die früher
nur bis in die ersten ranglogen führte, wurde ausgebaut und
dient jetzt als zugang für den balkon. die früheren werkstätten
der staatsoper wurden in den hanuschhof verlegt und anstelle
der werkstdtätten proberäume etabliert. ausserdem wurden
noch die vorverkaufskassen für sämtliche bundestheater
im staatsoperngebäude untergebracht.
im neuen gebäude befinden sich 1.658 sitzplätze gegenüber
1.758 und 551 stehplätze gegenüber 547. die gesamthöhe
des bühnenhauses beträgt 53 meter, eine höhe, in der das
hochhaus in der herrengasse vollständig platz fände.
das ganze haus wird durch eine warmwasser-pumpenheizungsanlage
erwärmt. die grossen räume sind mit luftheizungen
ausgestattet, der zuschauerraum und die bühne sind vollklimatisiert.
die frischluft wird durch einen eigenen lufttunnel aus dem
burggarten angesaugt, aktiviert wird die heizungsanlage
durch heisswasser, aus dem für die bundestheater errichteten
fernheizwerk in der hofburg.
der gesamtanschlusswert des hauses beträgt 2.000 kilowatt.
dieser anschlusswert entspricht dem strombedarf einer stadt
von der grösse st. pöltens an lichtstrom.
eröffnet wird das neue haus am 5. november vormittag
mit der feierlichen schlüsselübergabe. am abend findet
die festaufführung des "fidelio" statt. (schluss)2010+bi

 

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