Dossiers aus  Innenpolitik  Aussenpolitik  Wirtschaft  Sport  Chronik&Kultur  Kurioses  Alle Dossiers Suche
11.01.1958 / Meldungs-Nr.: AHI0143 / Ressort: Wirtschaft (WI) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

 Druckversion    Original-Meldung

w 1 wien , 11.1.(apa) die österreichische industrie- und bergbauverwaltungs-gmb.h. stellte soeben ihren geschäftsbericht =

 
w 1
wien , 11.1.(apa) die österreichische industrie- und bergbauverwaltungs-gmb.h.
stellte soeben ihren geschäftsbericht
für ihr erstes geschäftsjahr, das von der gründung der
gesellschaft im juli 1956 bis zum 30. juni 1957 währte,
der öffentlichkeit zur verfügung. der bericht wurde in der
aufsichtsratsitzung vom 20.dezember 1957 geprüft und in
ordnung befunden. die gesellschaft beruht bekanntlich auf dem
sogenannten kompetenzgesetz vom 11. juli 1956 und einem
gesellschaftsvertrag vom 27. juli 1956. die gesellschaft wurde
am 31. juli ins handelsregister wien eingetragen. die bundesregierung,
die ihre eigentumsrechte an der verstaatlichten
industrie durch die gesellschaft ausübt, hat mit dieser auch
noch einen treuhandvertrag vom 2.august 1956 abgeschlossen.
der bericht erinnert an diese rechtlichen grundlagen der
gesellschaft und geht dann insbesondere in die schilderung
ihrer tätigkeit in ihrem ersten geschäftsjahr ein.
von aktuellem interesse sind hier namentlich die ausführungen
über die reorganisationsprobleme der verstaatlichten
betriebe. hier wird unter anderem ausgeführt: der
aufsichtsrat der gesellschaft hat die verschmelzung der
aluminiumwerke ranshofen-gmbh., der österreichischen metallwerke-ag.
und der berndorfer metallwarenfabrik arthur krupp ag.
zu der vereinigte aluminium-werke-ranshofen-berndorf-ag. und
die eingliederung der leichtmetall-gmbh. beschlossen. dem
unternehmen würde ein erp-kredit von 55 millionen und ein
bundesdarlehen von 30 millionen schilling gewährt. die verschmelzung
der österreichischen elektroindustrie-gmbh. mit
der siemens-schuckert-werke gmbh. wurde im frühjahr 1957
durchgeführt. ein antrag auf fusion der wiener lokomiotivfabrik-ag.
mit der simmering-graz-pauker-ag. konnte beschlussreif
vorbereitet werden. durch reorganisation und bereinigung
des produktionsprogrammes der beiden unternehmungen besteht
hoffnung auf regieeinsparung und kapitalsfreisetzung durch
neuordnung der materialwitschaft.
wie der bericht weiter ausführt, soll die beschäftigung
der der ddsg gehörenden werft korneuburg und der schiffswerft
linz-ag. durch eine zweckmässige konstruktion in zukunft
sichergestellt werden. zur überprüfung der starkstromindustrie
ist die heranziehung eines führenden internationalen betriebswirtschaftswissenschaftlers vorgesehen. bei der wiener
brückenbau- und eisenkonstruktions-ag. ist die zusammenlegung
der weitauseinanderliegenden betriebsstätten in angriff genommen.
die hofherr-schrantz landwirtschaftliche maschinenfabrik-ag.
wird sich auf die erzeugung einer neu entwickelten
mähdreschertype, moderner kartoffel- und rübenvollerntemaschinen
und bindemäher sowie auf das assembling von luftgekühlten
ausländischen dieseltraktoren konzentrieren und
die erzeugung von dreschmaschinen und anderen technisch
überalterten maschinen einstellen.
als das schwierigste organisatorische problem erwies sich
die rekonzernierung der alpine. deren seinerzeitige konzerngesellschaften:
steirische gussstahlwerke-ag., kärntnerische
eisen- und stahlwerke-ag., eisenwerke-ag. krieglach, stahl- und
temperguss-ag., graz-köflacher eisenbahn- und bergbau-gesellschaft,
wurden durch das erste verstaatlichungsgesetz de jure
selbständig gemacht, sind aber de fakto weiter mit der alpine
konzernartig verflochten. eine klare regelung ist insbesondere
im hinblick auf die schilling-eröffnungsbilanzen erforderlich.
die gesellschaft hat die ausübung der eigentumsrechte des
bundes an den durch den staatsvertrag übertragenen der
erdölwirtschaft dienenden unternehmungen übernommen. deren
vermögenschaften sollen, soweit sie nicht zurückzustellen
sind, in die ömv eingebracht werden. auf dem erdölgebiet
ist es ferner gelungen, die fragen des förderzinses, der
ablöselieferungen, sowie der abrechnung der früheren ablöselieferungen
in einer für die ömv tragbaren weise zu
regeln. die von der österreichischen stickstoffwerke-ag.
beantragte genehmigung zur gründung einer studiengesellschaft
für petrochemie gemeinsam mit montecatini sa.mailand wurde
vom aufsichtsrat genehmigt. durch einen neuen vertragsentwurf
zwischen der kupferbergbau mitterberg-gmbh. und der montanwerke
brixlegg-gmbh. dürfte die grundlage für eine kostendeckende
erzeugung mitterbergs gegeben sein. zu ende der
berichtsperiode wurden vorarbeiten für ein bergbauförderungsgesetz
eingeleitet.
die gesellschaft hat an 60 bilanzen der zugehörigen
unternehmungen (darunter 16 schilling-eröffnungsbilanzen und
43 jahresabschlussbilanzen) mitgewirkt. es wurde darauf hingewiesen,
eine ausreichende grundlage für eine aktive dividendenpolitik,
unter berücksichtigung der notwendigkeit einer
gesunden selbstfinanzierung zu schaffen. verschiedene bilanzen
konnten wegen noch ungeklärter organisatorischer fragen,
wegen des ausstehenden abschlusses der deutsch-österreichischen
vermögensverhandlungen und wegen der noch ungeregelten ansprüche
aus den wiener memoranden noch nicht erstellt werden.
an den 31 seiten umfassenden bericht schliesst sich ein
14 seiten umfassender statistischer überblick über die
lage der verstaatlichten industrie an. (schluss) mzi3??--0030

 

Dieser Volltext stellt technisch bedingt nicht den Anspruch auf ein exaktes Abbild der Originalmeldung. Der Grund für die mitunter geringe Qualität ist das Alter des Papiers sowie die damals verwendete Kopiertechnik.

Zur Anzeige der Original-Meldung im PDF-Format benötigen sie Adobe Acrobat Reader.

11.01.1958 / Meldungs-Nr.: AHI0143 / Ressort: Wirtschaft (WI) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      
© APA - Austria Presse Agentur / Laimgrubengasse 10, 1060 Wien
25.11.1981: Kardinal Ratzinger wird Präfekt der Gaubenskongregation » 26.11.1985: Gesamter VOEST-Vorstand zurückgetreten » 27.11.1971: Eröffnung der Fußgängerzone in der Wiener Innenstadt »