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10.12.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0136 / Ressort: Wirtschaft (WI) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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w 100 wien, 10.12.-(apa) wie aus dem bericht der bundessektion industrie über das dritte vierteljahr 1955 hervorgeht, =

 
w 100
wien, 10.12.-(apa) wie aus dem bericht der bundessektion
industrie über das dritte vierteljahr 1955 hervorgeht,
hat die konjunktur in diesem zeitraum in fast allen branchen
der industriellen produktion angehalten. auch die bisher wenig
begünstigte textilwirtschaft hat einen gewissen, allerdings
mehr saisonmässig bedingten, aufschwung genommen. in einigen
sparten macht sich jedoch schon eine konjunkturabflachung
bemerkbar. die gründe hierfür sind branchenmässig verschieden.
sie liegen zum teil in der nunmehr erfolgten befriedigung
des stossbedarfs, der sowohl am investitionssektor, als auch
bei den konsumgütern bestanden hat. zum teil in den weitgehenden
auswirkungen der liberalisierung. vielfach besteht
auch mangel an facharbeitern, ja sogar an hilfsarbeitern,
da die zahl der arbeitsuchenden ende august mit 65.447
den bisher grössten tiefstand erreicht hat und ein grosser
teil der bei den arbeitsämtern vorgemerkten nur beschränkt
vermittlungsfähig ist.
eine volle auslastung der produktionskapazität wird
besonders vom kohlenbergbau und der eisenerzeugenden industrie
gemeldet. der brennstoffverbrauch auf der ganzen welt ist
infolge der internationalen konjunktur immer noch im steigen
begriffen. der inländische kohlenbergbau wird daher vor
ganz besondere anforderungen gestellt. im dritten qartal
1955 wurden 52.000 t kohle mehr gefördert als im gleichen zeitraum
des vorjahres. bei der einfuhr von kohle und koks
musste eine teilweise umstellung auf usa-kohle vollzogen werden,
da die ruhr nicht mehr in der lage war, ihre lieferpflichten
voll zu erfüllen. dank der frühzeitigen brennstoffbevorratung
der industria traten verknappungen nur vereinzelt
auf.
trotz der kohlenpreiserhöhung auf dem weltmarkt und der
verteuerung vieler aus dam ausland kommender anderer rohstoffe
hat sich die industrie jedoch bewusst um eine möglichst weitgehende
preisstabilität ihrer produkte bemüht und im ganzen
gesehen keine wesentlichen preiserhöhungen vorgenommen.
in der versorgung der industriebetriebe mit elektrischer
energie ergaben sich im dritten quartal keine schwierigkeiten,
doch hat sich die industrie angesichts der zu erwartenden
weiteren steigerung des strombedarfs in den kommenden jahren
für die verlängerung des mit ende dieses jahres ablaufenden
lastverteilungsgesetzes ausgesprochen. dieses gesetz, das
stromeinschränkungsmassnahmen nur für den fall eines von der
regierung erklärten notstandes vorsieht, würde eine ungestörte
stromversorgung der industrie gewährleisten.
die österreichische eisenerzeugende industrie ist gegenwärtig
ebenso wie alle stahlwerke des kontinents voll ausgelastet.
trotz konzentration auf den inlandsmarkt bestehen
engpässe besonders bei stabstahl, walzdraht, grob- und mittelblechen.
trotz dieser schwierigen vormaterialversorgung hat
sich die eisen- und metallwarenindustrie im dritten quartal
günstig entwickelt und konnte nicht unerhebliche produktions-
und exportsteigerungen erzielen. ebenso meldet die maschinen-,
stahl- und eisenbauindustrie einen erheblichen produktionsanstieg.
in der fahrzeugindustrie erfuhren motorfahrräder,
traktoren, motorroller, lastenanhänger und fahrräder sowie
fahrradhilfsmotoren eine erhöhung der produktion, während
die autobuserzeugung durch die liberalisierung in mitleidenschaft
gezogen war. bei der elektroindustrie, die ansonsten
zufriedenstellende produktionsergebnisse erzielte, zeigte sich
vor allem auf dem hausgerätesektor eine sättigung des marktes
und verlangsamung der produktionsentwicklung. voll ausgenützt
war im zusammenhang mit der intensiven bautätigkeit naturgemäss
die stein- und keramische industrie., die bekleidungsindustrie
sowie die papier«-, holz- und lederverarbeitenden
industrien und die chemische industrie waren gut beschäftigt.
(schluss)+1725+sm+

 

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