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06.12.1956 / Meldungs-Nr.: AHI0100 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 97 nationalrat 3 (apa) abg. haberl (spö) hob die leistungen der über =

 
i 97
nationalrat 3 (apa)
abg. haberl (spö) hob die leistungen der über
100.000 beschäftigten in den verstaatlichten industrie unter der
führung von minister waldbrunner hervor und unterstrich, dass
der ausbau der verstaatlichten betriebe aus schutt und aschhe
und nach der ausplünderung durch die russen zum grössten teil
aus dem eigenen kapital dieser betriebe vorgenommen wurde.
von 1946 bis 1955 wurden nicht weniger als 12,8 milliarden
schilling investiert. die folge dieser ausgezeichneten führung
und arbeitsleistung zeige sich unter anderem in einer erheblichen
produktivitätssteigerung, die z.b., gerechnet auf
der basis 1946-100 im jahre 1955 bei kohle 142, bei eisen
und stahl 148 und bei der elektroindustrie 148,5 betrug. die
stahlerzeugung stieg von einer million tonnen im jahre 1952
auf 1,750.000 tonnen im jahre 1955. der export an eisen und
stahl erhöhte sich von 2.490,000.000 schilling im jahre 1954
auf 2.930,000.000 schilling im jahre 1955. zur hebung
der produktion und des leistungswillens habe sicherlich auch
die soziale betreuung in diesen betrieben das ihre beigetragen.
besondes begrüssenswert sei die nunmehr erfolgende
fusionierung der aluminiumwerke ag mit den berndorfer metallwerken,
die schon seit jahren von den sozialisten gefordert,
aber vor allem von der russischen besatzungsmacht verhindert
worden sei. aufgabe dieser fusionierung sei in erster linie,
die hilfe für das notstandsgebiet im triestingtal und
die weitere verarbeitung von rohaluminium zu halbzeug zu
sichern. derartige fusionierungen sollten auch bei anderen
werken vorgenommen werden.
als erfreulich bezeichnete der redner auch, dass nun in
der frage des erdöls eine merkliche beruhigung eingetreten
sei, insbesondere seitdem im vorstand der ömv ein övpgeneraldirektor
sitze. seither seien die angriffe verstummt und
obwohl die produktion sinke, werde niemand dafür verantwortlich
gemacht, auch von den erträgnissen wird nicht mehr
viel gesprochen, weil man weiss, dass investitionen in der
erdölindustrie dringend notwendig sind. die gemeinsame
führung dieses betriebes, sagte abg. haberl weiter, erfordert
aber auch eine gemeinsame verantwortung. wenn die
sozialisten für die aufrechterhaltung der verstaatlichung in
der grundstoff- und schlüsselindustrie sind, so verteidigen sie
damit österreich gegen jeden fremden einfluss. investitionen
wurden bisher, aus einem investitionsfonds finanziert, der nunmehr
aber auf wunsch der övp aufgelöst wurde. der investitionsbedarf
ist deshalb aber nicht kleiner geworden. insbesondere
werde die umstellung auf automatische betriebsmethoden
noch mehrere milliarden schilling verschlingen.
als abg. haberl behauptete, dass die neue industrie-
und bergbauverwaltung gegenüber der verwaltung der verstaatlichten
betriebe durch die frühere sektion
fünf im waldbrunner-minister um erhebliche mehrkosten verursachen
werde, erhob sich bei den övp-abgeordneten
einige unruhe. die zwischenrufe setzten sich fort, als der
redner betonte, die spö sei stets bereit gewesen und werde
es auch in zukunft sein, der republik an exponierter stelle
auch in schwerster zeit zu dienen.
damit war die spezialdebatte über die gruppe zwei
abgeschlossen. (forts.)+ru+l212+

 

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