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15.05.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0113 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 116 achtung sperrfrist bis 15.mai 2000 uhr. raab 2 (apa) =

 
i 116
achtung sperrfrist bis 15.mai 2000 uhr.
raab 2 (apa)
gestatten sie mir aber nun, dass ich der freude und
dem jubel des heutigen tages auch einige ernste
worte anfüge. es ist nun einmal das schicksal
einer konferenz, dass sie manchmal rasch vorwärts kommt
und dann wieder rückschläge eintreten. das österreichische
volk hat zehn jahre lang mit standhaftigkeit und gelassenheit
alles ertragen. während dieser zehn konferenztage aber
war es plötzlich mit der gelassenheit vorbei. schon gab es,
als nicht sofort alles gut endete, kritische, besorgte und
unwillige stimmen. man darf nicht sofort einen hundert-
prozentigen erfolg erhoffen und wenn er nicht eintrifft,
die flinte ins korn werfen. man muss in allen fragen, und
besonders in solchen, die über das wohl und wehe eines
ganzen staates und volkes entscheiden, mit ausdauer
und zähigkeit an der arbeit sein, aber auch mit mut. man
darf sich nicht durch kleine rückschläge beirren lassen.
mit mutlosigkeit imponiert man dem verhandlungspartner am
wenigsten und daher muss ich die furchtsamen, defaitistischen
stimmen, die sich im verlaufe der konferenz erhoben haben,
auf das schärfste verurteilen. der erfolg hat jedenfalls
nur denen recht gegeben, die an das ziel und die zukunft
österreichs und vor allem an unsere eigene kraft geglaubt
haben.
ja, es sind in diesen tagen fragen gestellt worden,
die mir vollkommen unbegreiflich sind, besonders besorgte
wollten wissen, was denn nun kommen werde, ob wir weiter
einig bleiben können, nicht grosse differenzen entstehen,
ob wir nicht dadurch in schwierigkeiten geraten würden,
usw. ich kann darauf nur antworten: es wird uns so gehen, wie
wir es uns selber schaffen. das heisst, wir werden so
liegen, wie wir uns betten. aber gott sei dank können
wir uns eben jetzt unser haus so einrichten, wie wir es
selbst wollen und sind nicht auf den manchmal mehr oder
minder fachmännischen rat anderer angewiesen.
wenn wir als freies volk scheitern, dann scheitern
wir am eigenen unvermögen. besteht diese gefahr denn
wirklich? die haltung des österreichischen volkes während
der letzten zehn jahre hat die bewunderung der ganzen welt
hervorgerufen, die wirtschaftliche wiederaufbauleistung das
allgemeine erstaunen. warum sollen wir das alles von heute
auf morgen vergessen und verlieren? wir brauchen nur
unserer eigenen kraft und unserem eigenen verstand
vertrauen und es wird auch weiter aufwärts gehen, viel weiter,
als manche es sich heute auszumalen wagen. es werden
sicherlich eine ganze reihe neuer probleme in der nächsten
zeit an uns herantreten. wir brauchen sie gar nicht anders
anzupacken, als wir es bisher gewohnt waren mit frischem
mut mit überlegung und fleiss kommen wir über alle
schwierigkeiten hinweg. (fortsetzung) 1718 mzi+

 

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