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15.05.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0095 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 58 unterzeichnung 17 (apa) als letzter richtete bundesminister ing. dr. figl das =

 
i 58
unterzeichnung 17 (apa)
als letzter richtete bundesminister ing. dr. figl das
wort an die aussenminister. ich bitte sie, sagte er,
es nicht als eine übliche phrase zu betrachten, wenn ich ihnen
jetzt sage, dass ich sie im namen der österreichischen bundesregierung
und des ganzen österreichischen volkes mit freudig
bewegtem herzen aufrichtig begrüsst habe.
ein 17 jahre dauernder, dornenvoller weg der unfreiheit
ist beendet. die opfer, die österreichs volk in dem glauben
an seine zukunft gebracht hat, haben nun ihre früchte getragen.
wir haben zehn jahre auf diesen tag gewartet, an dem
die aussenminister der vier mächte nach wien kommen sollten,
um die letzte hand an den entwurf des staatsvertrages zu legen
und ihn durch ihre unterschrift zu bekräftigen. heute ist
der tag gekommen, an dem wir den vertrag unterzeichneten,
womit österreich seine freiheit und unabhängigkeit bekommt.
ich danke ihnen allen für die bereitschaft und für den guten
willen, den sie in dem nunmehr unterzeichneten vertrag bekundet
haben. ich bin der festen überzeugung, dass dieses vertragsinstrument
den ausgangspunkt einer neuen und glücklichen
epoche der österreichischen geschichte darstellen wird, die
sich künftig unter dem zeichen einer politik der neutralität
und unabhängigkeit gegenüber allen staaten entwickeln wird.
österreichs volk jubelt heute, österreichs volk dankt
heute für die freiheit, österreichs volk geht heute aber
auch mit dem festen vorsatz der pflichterfüllung für die
ganze welt an die arbeit. wenn nun die glocken von ganz
österreich, vom bodensee bis zum neusiedlersee, von der thaya
bis zu den karawanken, läuten, dann läuten sie eine neue
zeit für österreich ein, dann künden sie, dass österreich
frei ist.
österreich wird nunmehr als freier, souveräner staat
seinen platz in der grossen familie der völker einnehmen und
in aktiver mitarbeit in den weltumfassenden vertragsorganisationen
alles daran setzen, um seinen beitrag für die internationale
verständigung und den frieden zu leisten.
und es zeigt die grosse tradition der österreichischen
handwerkskunst, dass dieselbe firma, die bereits die verträge
des wiener kongresses 1815 gebunden hat, auch heute
dieses neue vertragswerk handwerklich ausgestaltet hat.
mit dem dank an den allmächtigen wollen wir die unterschrift
setzen und mit freude rufen wir aus: österreich ist
frei (rufzeichen).+fortsetzung+1408/mz+

 

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