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03.02.1956 / Meldungs-Nr.: AHI0115 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 34 achtung, sperrfrist bis 3.2. 1115 uhr raab 1 =

 
i 34
achtung, sperrfrist bis 3.2. 1115 uhr
raab 1
wien, 3.2. (apa) bundeskanzler ing. raab hielt heute
vormittag anlässlich der ausmusterung der ersten offiziere
für das bundesheer in der fasangartenkaserne eine ansprache,
in der er u.a. ausführte:
als die ersten offiziere und fähnriche des neuen österreichischen
bundesheeres haben sie heute ihre ernennungsdekrete
erhalten. das ist ein bedeutungsvolles ereignis nicht nur
für jeden einzelnen von ihnen persönlich, sondern auch für
das ganze land und für das ganze österreichische volk.
nach einer zeitspanne von 17 jahren, die von vielen
bitteren und schmerzlichen ereignissen erfüllt war, tritt
wieder das österreichische bundesheer ins leben. aber es
ist eine neue armee, die in österreich entsteht. wenn sie
natürlich auch an die ehrenvolle, lange geschichte österreichischer
heere anknüpft. neu ist unser bundesheer jedoch
nicht nur, weil die waffentechnik und mit ihr die ausbildung
und die truppenführung sich weitgehend gändert haben, sondern
auch, weil unsere bewaffnete macht neue aufgaben übernimmt.
von ihnen und von ihren kameraden im offizierskorps
wird es in einem hohen grad abhängen. ob die neue österreichische
armee von dem richtigen patriotischen und aufgeschlossenen
geist erfüllt sein wird, der sie beseelen muss, wenn sie
ihrer berufung gerecht werden soll. politiker und experten des
völkerrechtes haben mit recht darauf hingewiesen, dass die
österreichische republik noch niemals seit ihrer entstehung
das mass von souveränität und selbständigkeit besessen hat.
das ihr durch den staatsvertrag gesichert wurde. dieses
freie österreich bedarf eines sicheren und verlässlichen
schutzes für seine grenzen und für seine staatlichen einrichtungen.
diese garantie soll das österreichische bundesheer unserem
österreich gewähren. es soll ein wichtiger bestandteil
des festen fundamentes sein, auf dem unsere staatliche existenz
und wohlfahrt der menschen in diesem land beruht.
in dem ursprünglichen entwurf des staatsvertrages, um
dessen abschluss fast zehn jahre lang gerungen wurde, waren
wesentliche beschränkungen vorgesehen, die uns bei der
aufstellung einesneuen bundesheeres auferlegt werden sollten.
zuletzt sind aber fast alle diese geplanten beschränkungen fallen
gelassen worden. es war zu offensichtlich, dass man ein
freies land, dessen freiheit überdies eine europäische und
weltpolitische funktion erfüllt, nicht daran hindern dürfe,
selbst für die aufrechterhaltung seiner unabhängigkeit
zu sorgen.
es gibt keinen souveränen staat auf dieser erde,
der darauf verzichten würde, durch eine bewaffnete macht seiner
setbständigkeit resopekt zu verschaffen, österreich will
gewiss nicht an irgendeiner art von wettrüsten teilnehmen.
es will auch nicht mit seinem heer prahlen und auf gar keinen
fall will es jemandem drohen. alles das entspräche weder
dem österreichischen wesen, noch unserer stellung als kleines
land in der mitte dieses erdteils. österreich möchte in
einer unruhigen, durch grosse gegensätze politischer und
weltanschaulicher art gespaltenen welt ein faktor des friedens
sein. diese wichtige aufgabe zu erfüllen, soll auch das
bundesheer uns ermöglichen.(fortsetzung)0920+bi

 

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