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30.06.1956 / Meldungs-Nr.: AHI0106 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 65 wien, 30.6. (apa) amtlich wird bekanntgegeben: am samstag, den 30. juni, trafen um 11.OO uhr bundeskanzler =

 
i 65
wien, 30.6. (apa) amtlich wird bekanntgegeben:
am samstag, den 30. juni, trafen um 11.OO uhr bundeskanzler
ing. julius raab und bundesminister ferdinand graf im amt für
landesverteidigung ein. sie wurden von sektionschef general
dr. ing. emil liebitzky begrüsst und in das neue amtszimmer
des bundesministers geführt. dort hatten sich bereits die
leitenden offiziere und beamten des amtes für landesverteidigung
eingefunden. der bundeskanzler führte in seiner kurzen
ansprache aus, dass durch die betrauung eines zuständigen
bundesminister mit der besorgung der militärischen angelegenheiten
einem seit längerer zeit bestehenden erfordernis
rechnung getragen wurde. er dankte für das ihm seitens des
amtes für landesverteidigung bisher entgegengebrachte vertrauen
und die mitarbeit. er übergab sodann die führung des amtes
für landesverteidigung an bundesminister graf und versprach,
dass die gesamte bundesregierung die interessen der landesverteidigung
nach kräften fördern werde.
bundesminister ferdinand graf dankte dem bundeskanzler
für das verständnis, das er als der erste chef des neuen
bundesheeres bisher alen wehrpolitischen fragen entgegengebracht
hat. bundesminister graf übernahm die leitung des
ressorts landesverteidigung und stellte den ihm zur unterstützung
in der geschäftsführung und parlamentarischen vertretung
aLs staatssekretär beigegebenen doktor stephani vor.
in seiner weiteren ansprache hob bundesminister graf hervor,
dass österreich dem beispiele fast aller staaten der freien
welt gefolgt ist und das landesverteidigungsministerium einem
politiker anvertraut hat. hiezu stellte der minister fest.
dass es seine aufgabe sein werde, das militärisch notwendige
mit dem politisch möglichen zu koordinieren. parteipolitik
dürfe es im bundesheer nicht geben. er werde parteipolitik,
von welcher seite sie immer kommen mag, weder im amt noch bei
den truppen, in den anstalten und schulen und sonstigen
militärischen einrichtungen, noch in den kasernen und unterkünften
dulden.
der minister gab seiner erwartung ausdruck, dass die
leitenden offiziere und beamten initiativ und selbständig
handeln werden. die jugend, die das österreichische volk dem
neuen bundesheer anvertraut, muss durch eine besonders
sorgfältige auslese des offiziers- und unteroffizierskorps
im dienen nicht eine lästige pflicht, sondern eine vaterländische
verpflichtunq sehen. wir wollen tradition nicht mit reaktion
und demokratie nicht mit disziplinlosigkeit verwechseln.
der minister richtete auch an die presse die einladung,
nicht durch negative kritik,sondern durch bessere und positivere
vorschläge am aufbau der landesverteidigung mitzuarbeiten.
schliesslich dankte minister graf allen jenen, die noch
während der besatzungszeit die vorarbeit für das österreichische
bundesheer geleistet haben. er dankte dem altbundeskanzler
ing. dr. figl, dem innenminister helmer, der generaldirektion
für die öffentliche sicherheit im innenministerium und den landesgendarmeriekommandanten.
er gab der erwartung ausdruck, dass
das bundesheer mit der exekutive, mit gendarmerie, polizei
und zollwache, ein freundschaftliches verhältnis herstellen
werde. an die versammelten richtete der minister die bitte um
ehrliche mitarbeit. wörtlich sagte er: "wer mit mir offen
spricht, wird bei mir jederzeit eine offene tür finden. für
zuträgereien und parteipolitisches vernadern habe ich kein
verständnis. intriganten darf es bei uns nicht geben."
sektionschef generaL dr. liebitzky dankte dem bundeskanzler
und dem bundesminister graf für ihre worte. dem minister
versicherte er, dass die offiziere und beamten des amtes
für landesverteidigung stets einsatzbereite, treue und begeisterte
mitarbeiter an dem schweren werke, das nunmehr zu leisten ist,
sein werden. (schluss)ch 1445+

 

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