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07.09.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0127 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 145 nationalrat 17 (apa) abg. rehor (övp) sagte, sie sei durch die rede des =

 
i 145
nationalrat 17 (apa)
abg. rehor (övp) sagte, sie sei durch die rede des
abg. dr. stüber, der ihres erachtens nicht nur sie selbst,
sondern alle frauen und mütter unseres landes herausgefordert
habe, dazu veranlasst worden, sich zum wort zu melden. die rednerin
verlas dann ein gedicht, das abgeordneter stüber in der zeitschritt
"frohes schaffen" am 27. november 1942 hatte
veröffentlichen lassen.
im namen aller waisen unseres landes richtete die abgeordnete
rehor an den abgeordneten stüber die frage, ob er dieses gedicht
auch für seine eigene person in die praxis umgewandelt habe.
ob er auch kriegsdienst geleistet habe und ob er es auf sich
nehmen könne, einem kinde entgegenzutreten, das ihn wiederholt
frage: "warum kommt mein vater nicht vom krieg nach hause?"
weiter fragte die rdnerin den abgeordneten dr. stüber, ob
er es seelisch und auch menschlich verantworten könne, was er
mit diesem gedicht herausgefordert habe.
abg. grubhofer (övp) meinte, zu den abgeordneten der spö
gewandt, sie hätten angst, dass die övp zuviel övp-geist in
das neue bundesheer hineinbringe. wir wollen nicht övp-geist
oder sozialistischen geist, sondern wir wollen den geist österreichs
und unseres vaterlandes im kommenden bundesheer.
der rednerbefasste sich dann mit der grusspflicht und der disziplin
im neuen bundesheer, wobei er betonte, dass die grusspflicht
und die disziplin sache der anständigkeit seien.
disziplin werde immer notwendig sein. zur erziehungsfrage im
bundesheer meinte abg. grubhofer, dass neben der rein militärischen
ausbildung innerhalb der neun monate dienstzeit auch noch
platz für die erziehuung der jungen männer sei. ein soldat,
der nur am maschinengewehr oder bei der kanone stehe, sei ein
leerer mensch, wenn er nichts vom österrichischen patriotismus
wisse. wenn wir ein bundesheer aufstellen, das die aufgabe hat,
das vaterland zu schützen und dafür zu sorgen, dass die
neutralität von aussenher nicht verletzt wird, dann werde das
die beste möglichkeit sein, aus den soldaten gute österreicher
zu machen.
der soicfat wisse dann, dass dieses vaterland die scholle
ist, auf der seine eltern und kinder leben und die er immer
zu schützen habe. das sei der gedanke, den wir in die neunmonatige
dienstzeit hineinlegen möchten.
das wehrgesetz wurde dann mit den stimmen deregierungsparteien
in zweiter und dritter lesung angenommen.
die zweite gehaltsüberleitungsgesetznovelle 1955 wurde in
zweiter und dritter lesung gegen die stimmen der volksopposition
angenommen.
zwei anträge der wdu wurden abgelehnt.
die sitzung wurde um 1720 uhr geschlossen. die nächste
sitzung findet morgen, donnerstag, um zehn uhr statt.
(schluss)+ru+1920+

 

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