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07.09.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0112 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 107 nationalrat 13 (apa) abg. stendebach (wdu) meinte, der krieg sei heute =

 
i 107
nationalrat 13 (apa)
abg. stendebach (wdu) meinte, der krieg sei heute
zwar, wie der letzte weltkrieg gezeigt habe, kein geeignetes
mittet mehr, um gesellschaftliche oder menschliche differenzen
zu lösen. trotzdem werde er sich aber nur dadurch selbst
ad absurdum führen, wenn die waffenwirkung bis an die grenze
des möglichen gesteigert werde. deshalb müsse man alles tun,
um für den kriegsfall gerüstet zu sein. das bundesheer aber,
das durch das vorliegende wehrgesetz aufgestellt werden soll.
wäre, da es nur alte und keine modernen waffen verwenden darf,
nicht mehr als ein spielzeug und es wäre unverantwortlich,
dieses schlecht ausgerüstete heer einem angreifer entgegenzustellen.
österreich müsste daher mit allem nachdruck den grossmächten
klar machen, dass es nur dann ein heer zum schutz
seiner neutralität aufstellen werde, wenn man dem land die volle
wehrhoheit gebe.
der redner schlug, wie schon, sein wdu-vorredner kindl, die
aufstellung eines freiwilligenheeres mit sechsjähriger dienstzeit
vor, neben dem die zivile ausbildung des gesamten volkes für alles
das, was der totale krieg erfordere, einhergehen müsse. für
diese zivile ausbildung wäre eine dienstzeit von vier monaten
genug. die wdu, sagte er weiter, sei auch jederzeit bereit,
zuzustimmen, dass das bundesheer nicht zu exekutivzwecken verwendet
werde, wie dies übrigens auch in schweden der fall
sei. er polemisierte dagegen, dass dem landesverteidigungsrat
nur zwei nationalratsabgeordnete angehören, da man offenbar
vor der opposition angst habe. dieses vorgehen sei aber nicht
demokratisch.
abschliessend appellierte er an alle abgeordneten, vor allem
an die weiblichen, diesem gesetz doch nicht die zustimmung
zu geben, da das auf diese weise aufgestellte bundesheer auf
jeden fall unfähig wäre, unsere grenzen zu verteidigen und
nichts weiter als "verheizt" werden könnte. die
abgeordneten würden die verantwortung dereinst nur vor ihrem
gewissen und nicht vor dem eines parteikapo zu tragen haben.
als nächster sprach abg. strasse (spö) (forts.)+ru+1710+

 

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