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07.09.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0110 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 98 nationalrat 12 (apa) abg. ing. hartmann meinte, dass das system der allgemeinen =

 
i 98
nationalrat 12 (apa)
abg. ing. hartmann meinte, dass das system der allgemeinen
wehrpflicht der regel weniger ausgaben erfordere als ein
berufsheer. zu den paragraphen über die ausnahme von der
allgemeinen wehrpflicht, sagte er, es entspreche dem demokratischen
prinzip, dass der wehrdienst möglichst gleichmässig von
allen wehrpflichtigen geleistet werde. berechtigten ausnahmeanträgen
werde man wohl stattgeben müssen, doch werde die
zahl der bewilligten ausnahmen nicht allzu gross sein können.
für die bauern, insbesondere dort, wo es sich um die
wehrdienstleistung des einzigen sohnes handelt, werde die
einberufung mitunter schwierigkeiten mit sich bringen, doch
sei die wichtigkeit der allgemeinen wehrpflicht nicht zu verkennen,
weil dadurch bauern und arbeiter zusammengeführt und diese
menschen sich näher kennenlernen werden.
der redner stellte fest, dass sich entgegen allen behauptungen
bereits eine riehe junger männer freiwillig zum bundesheer
gemeldet habe. er könne sich daher nicht erklären, aus welchen
quellen die mitteilungen einiger redner stammen, wonach angeblich
die gesamte österreichische jugend nichts vom bundesheer
wissen wolle. seiner ansicht nach habe das wehrgesetz wohl
einen schönheitsfehler, der darin bestehe, dass keine
pflichtweisen waffenübungen vorgesehen seien. wir werden
aber diesem gesetz trotzdem zustimmen, denn ich bin der
überzeugung, sagte ing. hartmann, dass es sich in kurzer zeit
als dringend notwendig erweisen wird,durch waffenübungen
unsere soldaten, unteroffiziere und offiziere mit den neuerungen
auf dem gebiet der technik bekanntzumachen.
für die erhaltung und stärkung der agrarischen produktion
in österreich ist das schicksal der truppenübungs-und
flugplätze von grosser bedeutung. die leitung des bundesheeres
müsse darauf bedacht nehmen, dass das flächenausmass
für diese übungsplätze auf das nötige ausmass eingeschränkt
werde, damit kein zu grosser verlust an agrarischem boden
eintrete.
das wehrgesetz ist fürösterreich und die heranwachsende
generation von grosser bedeutung. jeder gute österreicher
solle sich zu diesem gesetz bekennen und dazu beitragen,
dass alle bevölkerungskreise in gleichem masse die notwendigkeit
der wehr-und verteidigungsbereitschaft anerkennen. wir wollen
in unserem künftigen bundesheer das achtunggebietende instrument
für die erhaltung unserer freiheit und neutralität erblicken.
der österreichische nationalrat hätte daher diepflicht,
unserer jugend mit gutem beispiel voranzugehen und diesem
gesetz einmütig zuzustimmen.
als nächster redner sprach abg. stendebach(wdu).(fortsetzung)
1637+bi

 

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