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07.09.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0109 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 97 nationalrat 11 (apa) abg. ing. hartmann (övp) stellte einleitend fest, er =

 
i 97
nationalrat 11 (apa)
abg. ing. hartmann (övp) stellte einleitend fest, er
habe den eindruck, dass die oppositionsredner nicht bestrebt
waren, verbesserungsvorschläge zu machen, sondern einfach
alles abzulehnen. dabei hätten diese oppositionsredner
zum teil eine ausgesprochen antiösterreichische haltung eingenommen.
dem abg. fischer gebe er den rat, er möge die von ihm gehaltene
rede auf ein tonband übertragen lassen und dieses dann in
den parlamenten der volksdemokratien abspielen lassen.
nur weil in österreich demokratie herrsche, wäre es dem
abg. fisscher möglich gewesen, eine solche österreichfeindliche
rede zu halten.
zu den ausführungen des abg. probst, dass es nicht aufgabe
des bundesheeres sein könne, die jungen männer zu erziehen,
sagte der redner, dass seine partei schon seit längerem
auf demselben standpunkt stehe, das recht der erziehung in der
familie solle nicht geschmälert werden. doch werde eine
ergänzung der schulung keinem österreichischen jungen
manne schaden. besonders günstig wird dies für jene sein,
die bedauerlicherweise ihrejugend in zerrütteten familienverhältnissen
verbringen mussten. wir wissen aber genau,
sagte ing. hartmannn, dass das bundesheer weder die stellung
des vaters noch der mutter an den jungen männern wird vertreten
können.
der redner gab dann einige eindrücke der österreichischen
parlamentsdelegation bei ihren besuchen in der schweiz und
in schweden bekannt, wobei er u. a. mitteilte, dass z.b.
in schweden gegen eventuelle atomangriffe fabriksanlagen
und luftschutzräume unter die erde verlegt werden. man gewinne
den eindruck, dass sich schweden in die erde eingräbt.
in stockholm z. b. wurden luftschutzräume für 400.000
menschen geschaffen. das ist die hälfte der einwohner der
stadt. in der schweiz und in schweden ist man davon überzeugt,
dass der friede umso gesicherter erschine, je besser die abwehr
vorbereitet werde.
der redner glaube nicht, so sagte er weiter, dass irgend
ein staat auch nur einen schilling hergeben würde, wenn er
nicht die überzeugung hätte, dass dieses geld in österreich
gut angelegt ist und dass wir für unsere sicherheit, d.
h. auch für die sicherheit der produktion, der wirtschaft
und des geldes sorgen. in der öffentlichkeit werde allgemein
die meinung vertreten, führte der redner weiter aus, dass
die ausgaben für die wehrmacht unproduktiv seien. die
leitung des bundesheeres werde bemüht sein müssen, einen
grossteil des heereserfordernisses durch die inländische
produktion decken zu lassen. zu diesem zweck wird die waffen-
und munitionserzeugung in österreich wieder aufgenommen
werden müssen. so wie in der schweiz und in schweden solle
auch in österreich ein grosser teil der heeresausgaben zur
stärkung der volkswirtschaft und der erhaltung der vollbeschäftigung
dienen. das heeresbudget werde erstmals im jahre 1956 einen
teil des ´staatshaushaltes darstellen.(fortsetzung)163O+bi

 

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