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07.09.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0088 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 45 nationalrat 3 (apa) der redner (abg. kindl) bestritt sodann den wehrwillen =

 
i 45
nationalrat 3 (apa)
der redner (abg. kindl) bestritt sodann den wehrwillen
des österreichischen volkes und behauptete, dass die abgeordneten,
obwohl, sie in kenntnis dieser tatsache seien, sich über den
allgemeinen wunsch der bevölkerung einfach hinwegsetzen. zehn
jahre lang haben övp und spö mit allen mitteln versucht,
das soldatentum in bausch und bogen zu verurteilen. jeder sei
ein feind der demokratie genannt worden, der nur mit dem gedenken
gespielt habe, österreich wieder zu bewaffnen, mit allen mitteln -
allerdings erfolglos - habe man versucht, von den kindern
kriegsspielzeug fernzuhalten. die soldaten des zweiten weltkrieges
seien auf jede weise diffamiert worden, und jetzt erwarte man
von der jugend, dass sie mit waffen nicht nur spielen, sondern
im ernstfall sogar menschen töten soll. da man zehn jahre lang
den barras als die grösste entwürdigung des menschen hingestellt
habe, sei es nun kein wunder, wenn sich unsere jugend
dagegen wehre, einen uniformrock anzuziehen.
in der ersten republik sei es ähnlich gewesen. und als
man auf grund der allgemeinen wehrpflicht ein heer aufstellte,
sei dieses praktisch unbrauchbar gewesen, weil alle moralischen
voraussetzungen fehlten. jetzt sei man entrüstet, weil das
volk nicht in ein freudengeheul ausgebrochen sei, als övp und
spö die aufstellung eines bundesheeres beschlossen. mit der
dem bundesheer in der regierungsvorlage zugedachten verpflichtung
zur aufrechterhaltung der ordnung und ruhe im inneren verbinde
sowohl dio övp als auch die spö - dieser verdacht sei
wohl gerechtfertigt - heute schon die absicht, das bundesheer
einmal zu innerpolitischen zwecken zu missbrauchen.
die wdu, sagte der redner abschliessend, lehne die aufstellung
eines bundesheeres so lange ab, als im staatsvertrag eine
beschränkung der verwendung von waffen bestimmt werde. er
persönlich, der auf eine lange dienstzeit als soldat zurückblicken
könne, spreche einem grossteil der abgeordneten das moralische
recht ab, auf grund ihres zehnjährigen verhaltens ein
wehrgesetz zu beschliessen, in dem von pflichten des soldaten
und von der verteidigung des vaterlandes gesprochen wird.
als nächster sprach abg. dr. gorbach (övp).(fortsetzung) ch
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