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07.09.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0087 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 44 nationalrat 2 (apa) abg. kindl (wdu) erklärte, das wehrgesetz sei in menschlicher =

 
i 44
nationalrat 2 (apa)
abg. kindl (wdu) erklärte, das wehrgesetz sei in menschlicher
und wirtschaftlicher beziehung von einschneidender, bedeutung
für das österreichische volk. das gesetz sei trotz dieser
überragenden bedeutung nicht genügend klar und den realitäten
entsprechend überdacht worden. wenn man es aufmerksam durchlese,
so komme man darauf, dass die aufstellung des bundesheeres
praktisch nur eine formsache sei. solange die bestimmungen im
staatsvertrag aufrecht sind, die österreich die verwendung
der modernen waffen verbieten, habe es überhaupt keinen zweck,
ein bundesheer aufzustellen. denn verteidigen - und dies werde
ja als hauptzweck des geplanten bundesheeres angegeben - könne
man nur dann, wenn man in waffentechnischer hinsicht einem
eventuellen angreifer zumindest gleichwertig sei. unter dem beifall
der wdu-abgeordneten rief der redner aus, es wäre direkt ein
verbrechen, eine derartig schlecht ausgerüstete truppe einzusetzen.
da sie in waffenmässiger hinsicht einem modern ausgerüsteten
feind etwa so gegenüberstünde, als ob man mit pfeil
und bogen gegen maschinengewehre auftreten wollte.
abg. kindl legte zwei abänderungsanträge vor, von denen
der erste verlangt, dass die aufstellung eines bundesheeres so
lange zurückzustellen sei, bis österreich durch aufhebung
der militärischen bestimmungen des staatsvertrages die volle
wehrhoheit erhalten habe und dadurch die möglichkeit bestehe,
eine kampftruppe aufzustellen, die eine wirksame verteidigung
auch gegen einen mit modernen waffen ausgerüsteten feind
ermögliche. die auf diese weise bis dahin eingesparten budgetmittel
sollten zum ausbau des schutzes der bevölkerung gegen die
einwirkung neuzeitlicher waffen verwendung finden. der zweite
antrag verlangt eine neufassung des wehrgesetzes, wonach eine
wirklich hochwertige kampftruppe mit etwa sechsjähriger aktivdienstzeit
auf freiwilliger grundlage geschaffen wird. die
gesamte jugend soll darüber hinaus zu einer kurzfristigen ausbildung
für die bewältigung aller aufgaben herangezogen werden.
die die zivilbevölkerung in einem totalen krieg erwarten.
(fortsetzung)ch 1206+

 

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