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26.06.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0069 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i=37 raab 1 achtung sperrfrist bis 20.00 uhr wien, 26.6. (apa) bundeskanzler ing. raab hielt heute =

 
i=37 raab 1
achtung sperrfrist bis 20.00 uhr
wien, 26.6. (apa) bundeskanzler ing. raab hielt heute
abend über den sender rot-weiss-rot eine rede, in der
er sich vor allem mit dem künftigen österreichischen bundesheer
befasste.
"in den letzten wochen hat eine frage besonders die
gemüter bewegt und zu diskussionen anlass gegeben: nämlich
die frage, wie unser zukünftiges heer aussehen soll", führte
der kanzler aus. "kritik an der armee ist etwas,
was wir in jedem staat immer wieder antreffen,und die meinungen
gehen auch in anderen ländern sehr weit auseinander. freilich
ist in österreich in diese diskussion von allerdings nur
kleineren kreisen auch die forderung geworfen worden, überhaupt
kein heer aufzustellen. hier beginnt die verirrung, wenn
diejenigen, die eine solche forderung aufstellen, damit argumentieren,
dass das österreichische heer im ernstfall ohnehin
zu schwach sei und man daher besser gar keines aufstellen
solle, dann stellt diese behauptung einen gewaltigen trugschluss
dar. es ist im laufe der geschichte wiederholt vorgekommen,
dass kleinere und schwächer ausgerüstete heere in
der verteidigung sehr ernsten widerstand geleistet haben.
es kommt nämlich doch auch sehr auf den geist an, der ein
heer beherrscht. und eine armee, die ihren heimatboden zu
verteidigen hat, ist immer ein unbequemer gegner. so ist die
schweizer armee eine gut ausgerüstete verteidigungsarmee.
die schweiz hat sich im zweiten weltkrieg bloss durch die
tatsache des vorhandenseins einer zwar kleinen, aber entschlossenen
und von bestem geiste erfüllten armee vor jedem angriff
gerettet. dieses beispiel muss uns zu denken geben. auch unsere
armee wird nicht unbezwingbar sein, aber sie soll so stark
werden, dass auch einem grösseren gegner der entschluss, mit
ihr krieg zu führen, nicht leicht fällt.
die idee, auf jede verteidigung von vornherein zu
verzichten, ist absurd und unnatürlich. würde ein familienvater
ruhig zusehen, wenn man seine familie angreift und misshandelt?
derartige traurige gestalten gibt es bei uns gott
sei dank nicht. man muss aber konsequent bleiben, wenn wir
entschlossen sind, unsere familie zu verteidigen, dann müssen
wir dies auch tun. wenn ein angriff von aussen, von jenseits
der grenzen kommt, und wir können die form und die art der
verteidigung nicht einfach jedem einzelnen überlassen,
sondern wir müssen dazu jene form wählen, die die zweckmässigste
ist und der sich alle länder der erde bedienen:
die der armee. nur im gemeinsamen zusammenwirken aller wehrfähigen
mitbürger kann das maximum an abwehrkraft erreicht
werden, kann die technik der modernen waffen am zweckmässigsten
ausgenützt werden. (fortsetzung) ch 1355+
achtung auf die sperrfrist. 20.00 uhr

 

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