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21.06.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0140 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 202
Studenten 2 (apa)
nr. strasser verwies auf die erklärung des sozialistischen
parteivorstandes. die gestern vom parteirat der spö
gebilligt worden ist. die sozialisten wünschen kein stehendes
heer von berufssoldaten. sie wollen weder einw schwarz-gelbe
tradition, noch eine tradition , wie sie vor 1938
die demokratie in österreich zerstört, aber zur verteidigung
österreichs keinen schuss abgegeben hat. die sozialisten
fordern eine kurze militärdienstzeit. nr. strasser schloss
seine ausführungen mit dem hinweis, dass keine partei
im parlament die verantwortung eines scheiterns der staatsvertragsverhandlungen
hätte tragen können.
der vertreter des ringes freiheitlicher studenten,
hirnschall, sagte, dass die mehrheit der studenten in den
hörsälen nicht für das bundesheer sei. trotzdem haben
sich alle demokratischen gruppen der studenten aus verantwortungsbewusstsein
für das bundesheer ausgesprochen.
nun müsse man die einzelnen zur verantwortung überzeugen.
der ring fordert eine längere dienstzeit als die sozialisten.
der vorsitzende brachte hierauf ein schreiben des
wahlblocks österreichischer akademiker zur verlesung, der
mitteilte, zu der diskussion keinen vertreter entsenden zu
können, weil die frage durch die volksvertretung grundsätzlich
entschieden sei. eine debatte über einzelheiten
sei verfrüht. sobald die vorfragen geklärt seien, werde
der wahlblock das einvernehmen mit sozialisten und allen
anderen gruppen pflegen.
der vertreter der evangelischen studenten erklärte, dass
diese den staat als eine von gott gesetzte ordnungsmacht
bejahten. der staat habe auch das recht, gewalt anzuwenden,
um die ordnung aufrecht zu erhalten. der staat müsse
diejenigen , die den militärdienst aus gewissensgründen
verweigern, schützen und dürfe sie nicht diskriminieren.
der vorsitzende verlas nunmehr ein schreiben der katholischen
hochschuljugend, die erklärte, ihr oberstes bundesforum
habe sich mit der zur diskussion gestellten frage noch nicht
beschäftigt.
plecha von den sozialistischen studenten stellte fest,
dass es nach der lage der dinge keinen sinn habe, über
das "ob" zu diskutieren. doch müsse man über das
"wie" sprechen. eine debatte hierüber sei nicht verfrüht,
sondern hoch an der zeit. die sozialistischen studenten
fordern kurze dienstzeit. es gehe ferner nicht an, die wehrdienstpflichtigen
mit 20 jahren einzuberufen. sie stehen
dann gerade im vierten oder fünften semester und müssten
das studium unterbrechen. das müsse vermieden werden.
es folgte dann eine lange diskussion. bei manchen
rednern ging es recht stürmisch zu. es gab viele zwischenrufe.
doch konnte der vorsitzende die ruhe immer wieder herstellen. -
(schluss)+2400+ba+



 

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