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20.06.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0150 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

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i 156 parteirat 1 wien, 20.6. (apa) wie die sozialistische korrespondenz =

 
i 156
parteirat 1
wien, 20.6. (apa) wie die sozialistische korrespondenz
meldet, trat heute in wien unter dem vorsitz des innenministers
helmer und in anwesenheit von mehr als 200 delegierten aus
allen teilen österreichs der parteirat der sozialistischen
partei zur beratung zusammen.
vizekanzler dr. schärf berichtete über die politische lage
nach der unterzeichung des staatsvertrages, die neutralität
österreichs und die wehrfrage, nach einer darstellung der
ereignisse, die zum absschluss des staatsvertrages führten,
sagte der vizekanzler unter anderem:
es gibt in der ganzen welt keinen neutralen staat , der
von anderen staaten in stunden der gefahr hilfe erhalten
würde, wenn er nicht selbst bereit ist, seine neutralität
zu verteidigen. wir hoffen, dass österreich niemals in die
lage kommen wird, hilfe aus dem ausland annehmen zu müssen.
weil wir hoffen, dass seine neutralität und unabhängigkeit
unangetastet bleiben wird. aber wir haben dennoch die pflicht,
selbst für die sicherung unserer neutralität, das ist
für unsere landesverteidigung , zu sorgen. selbst unter
konsolidierten verhältnissen, wie wir sie heute leider nicht
haben, können immer wieder gefahren an unseren grenzen
entstehen. diese gefahren können nur verhütet werden, wenn
man ausserhalb österreichs weiss, dass wir entschlossen sind,
uns gegen jede vergewaltigung unserer grenzen
zur wehr zu setzen.
nach ansicht der sozialistischen partei steht daher nach
dem abschluss des staatsvertrages gar nicht mehr die frage
zur diskussion , ob österreich für seine verteidigung sorgen soll,
sondern lediglich , wie und unter welchen für die menschen
und die wirtschaft erträglichen bedingungen. wir sozialisten
wünschen eine weit, aus der nicht nur das kriegsspielzeug
verbannt ist, sondern in der auch die erwachsenen männer
keine gewehre mehr tragen müssen. aber selbst indien ,
wo die gewaltlosikeit aus ethischen gründen gelehrt wird,
war nach dem abzug der englischen truppen gezwungen, eine
armee aufzustellen. wir österreichischen sozialisten haben
eine starke antimilitaristische tradition, aber wir erinnern
uns, dass unsere schutzbündler, die leidenschaftliche
antimilitaristen waren , sich zur verteidigung der freiheit
und der demokratie der waffen bedienen mussten. (fortsetzung)
1843+ba+

 

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