Dossiers aus  Innenpolitik  Aussenpolitik  Wirtschaft  Sport  Chronik&Kultur  Kurioses  Alle Dossiers Suche
06.06.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0125 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

 Druckversion    Original-Meldung

i 162 wien, 6.6. (apa) in einer versammlung der geistig schaffenden österreichs, die heute im österreichischen gewerbeverein =

 
i 162
wien, 6.6. (apa) in einer versammlung der geistig schaffenden
österreichs, die heute im österreichischen gewerbeverein
abgehalten wurde, erklärte der präsident des verbandes ,
gesandter ludwig, einleitend, die unterschriftengebung im
belvedere habe eine reihe aussen- und innenpolitischer fragen
aufgeworfen, die einer lösung zugeführt werden sollen und müssen.
eine der wichtigsten sei die frage der aufstellung der wehrmacht.
über einladung des verbandes hielt darauf oberstleutnant
a.d. seifert ein referat über diese frage. er führte dabei
u.a. aus, dass die bevölkerung am meisten die art der dienstpflicht,
das assentalter, die dauer der dienstpflicht und die
ergänzung des offiziers- und unteroffizierskorps interessiere.
die art der dienstpflicht werde wohl die allgemeine wehrpflicht
sein, ein berufsheer oder ein milizsystem komme nicht in frage.
ein milizsystem nach schweizer muster würde, auf österreich
umgerechnet, sieben milliarden schilling im jahr kosten,
eine für unsere finanzen untragbare summe. die militärische
dienstpflicht müsste noch vor eintritt des einzuberufenden
in seine politische rechte erfolgen.
als äusserstes mindestmass für die ausbildung sei eine grundschulung
von vier monaten und anschliessend eine einjährige
dienstleistung beim truppenkörper notwendig. in der grundschulung
müsste der rekrut einer strengen prüfung seiner geistigen und
körperlichen anlagen unterzogen werden, damit er einer seinen
fähigkeiten am besten entsprechenden waffe zugeteilt werden
könne. im bundesheer dürfe es kein kanonfutter geben, wie
es die in der k. k. armee nur acht wochen lang ausgebildeten
ersatzreservisten oder die in schnellsiedekursen unzulänglich
ausgebildeten ersätze der offiziere waren. das jährliche
rekrutenkontigent werde nicht mit einer bestimmten zahl bestimmt
werden können. die geburtsjahrgänge sind zu verschieden,
andererseits sollten alle tauglichen eingezogen werden und dienen .
ein friedensstand des bundesheeres von 70.000 bis 80.000 mann
dürfte entsprechen.
zum kapitel offiziers - und unteroffiziersnachwuchs
bezw. ergänzung meinte der referent , dass es vorerst nötig
sei, aus dem vorhandenen stand der vor zehn jahren abgebauten
offiziere und unteroffiziere nach freiwilliger meldung die männer
auszuwählen , die nach charakter, wissen und bewährung auch
in der künftigen österreichischen wehrmacht eine ausgzeichnete
dienstleistung erhoffen lassen. ehemalige offiziere und unteroffiziere,
die im zivilen staats- oder privatdienst stehen,
könnten nach intensiver militärischer auffrischung rasch
übernommen werden, ebenso jene , die inzwischen bei der bundespolizei
oder bundesgendarmerie dienst leisteten. ( fortsetzung)
1958+ba+

 

Dieser Volltext stellt technisch bedingt nicht den Anspruch auf ein exaktes Abbild der Originalmeldung. Der Grund für die mitunter geringe Qualität ist das Alter des Papiers sowie die damals verwendete Kopiertechnik.

Zur Anzeige der Original-Meldung im PDF-Format benötigen sie Adobe Acrobat Reader.

06.06.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0125 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      
© APA - Austria Presse Agentur / Laimgrubengasse 10, 1060 Wien
25.11.1981: Kardinal Ratzinger wird Präfekt der Gaubenskongregation » 26.11.1985: Gesamter VOEST-Vorstand zurückgetreten » 27.11.1971: Eröffnung der Fußgängerzone in der Wiener Innenstadt »