Dossiers aus  Innenpolitik  Aussenpolitik  Wirtschaft  Sport  Chronik&Kultur  Kurioses  Alle Dossiers Suche
18.05.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0127 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      

 Druckversion    Original-Meldung

i 126 bundesparteitag 16 (apa) 4.) österreich muss aber auch bereit sein, seine neutralität =

 
i 126
bundesparteitag 16 (apa)
4.) österreich muss aber auch bereit sein, seine neutralität
über alle fährnisse hinweg zu bewahren und notfalls auch zu
verteidigen. die bereitschaft, unser land unabhängig zu erhalten,
muss im bewusstsein eines jeden österreichers verankert sein.
die österreichische volkspartei fordert daher von der bundesregierung
und dem parlament die unverzügliche aufstellung
eines bundesheeres nach modernen grundsätzen und unter wahrung
der tradition bewährten österreichischen soldatentums. erste
aufgabe des heeres ist die verteidigung der grenzen. es wird
zur hilfeleistung bei naturkatastrophen zur verfügung stehen
hinaus eine institution zur staatspolitischen
erziehung der männlichen jugend im geist echten österreichertums
sein. die österreichische volkspartei fordert mit grösstem
nachdruck, dass das bundesheer von jedem parteipolitischen
einfluss freibleibt und tritt aus staats- und finanzpolitischen
erwägungen für die allgemeine wehrpflicht ein.
5?) der abschluss des staatsvertrages stellt österreich
vor bedeutende, aber nicht unlösbare wirtschaftliche aufgaben.
daher ist die wirtschaftliche kraft des landes weiterhin zu
stärken. diese bemühungen können aber nur dann erfolgreich
sein, wenn an dem bisherigen kurs der wirtschafts- und finanzpolitik,
der sich bereits so sichtbar bewährt hat, konsequent
festgehalten wird. er allein verbürgt auch in zukunft die stabilität
der währung und damit die bildung des notwendigen sparkapitals.
er sichert durch entsprechende steuerpolitische massnahmen,
die bereits erfolgreich begonnen wurden, die weitere steigerung
der produktivität und des aussenhandels. er garantiert den
noch besseren ausbau des fremdenverkehrs und die gerade jetzt
so aktuelle handelspolitische mittlerstellung des landes sowie
die nutzbarmachung von ausländischem investitionskapital.
der abschluss des staatsvertrages bedeutet daher nicht das
ende der bisherigen wirtschaftlichen aufwärtsentwicklung,
sondern er ist der geeignete ausgangspunkt einer noch stärkeren
wirtschaftspolitischen aktivität, die zum ziel hat, die gesunden
wirtschaftlichen grundlagen österreichs endgültig zu festigen.
6.) die österreichische volkspartei wird sich bei der
bewältigung dieser neuen wirtschaftlichen aufgaben ihrer sozialen
verpflichtungen bewusst sein. daher zielt ihre politik nach
wie vor auf die hebung des lebensstandards der bevölkerung.
gesicherte arbeitsmöglichkeiten, gerechte entlohnung und ein
sorgenfreier lebensabend gebühren den arbeitern und angestellten,
den beamten, nicht zuletzt auch den vielen kleinen und mittleren
existenzen der selbständig wirtschaftstreibenden. allen arbeitsfähigen
angehörigen unseres volkes, ob selbständig
tätig oder unselbständig, muss die möglichkeit gewährt sein,
ihre fähigkeiten zu entfalten und von ihrer wirtschaftlichen
auswertung zu leben. für unsere landwirtschaft kommt mit dem
abschluss des staatsvertrages endlich auch die zeit, ihre
berechtigten wünsche zu erfüllen. ein freier, staatstreuer
und leistungsfähiger bauernstand ist der garant der politischen
und wirtschaftlichen stabilität des landes und der aufrechterhaltung
der persönlichen freiheitsrechte nicht nur der
bauern, sondern aller staatsbürger. (fortsetzung)+ 1801/ip+ =

 

Dieser Volltext stellt technisch bedingt nicht den Anspruch auf ein exaktes Abbild der Originalmeldung. Der Grund für die mitunter geringe Qualität ist das Alter des Papiers sowie die damals verwendete Kopiertechnik.

Zur Anzeige der Original-Meldung im PDF-Format benötigen sie Adobe Acrobat Reader.

18.05.1955 / Meldungs-Nr.: AHI0127 / Ressort: Innenpolitik (II) Seite $page.NUMBER / $page.COUNT      
© APA - Austria Presse Agentur / Laimgrubengasse 10, 1060 Wien
25.11.1981: Kardinal Ratzinger wird Präfekt der Gaubenskongregation » 26.11.1985: Gesamter VOEST-Vorstand zurückgetreten » 27.11.1971: Eröffnung der Fußgängerzone in der Wiener Innenstadt »