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Olympische Winterspiele 1976 - Das war für Österreich vor allem Kaiser Franz

Zweites Gold durch Karl Schnabl am Berg Isel


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Bundespräsident Rudolf Kirchschläger verabschiedet in der Hofburg die Olym ...
© APA-IMAGES/ORF Fernseharchiv/Kern
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Die beiden Skirennläufer Hartwig Weirather und Werner Grissmann zu Besuch ...
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Franz Klammer während der Abfahrt bei der Olympiade von Innsbruck am 05. F ...
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Der Olympiasieger im Skispringen, Karl Schnabl, wird im Februar 1976 in se ...
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Rosi Mittermaier war mit zweimal Gold und einmal Silber die erfolgreichste ...
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MEDAILLEN FÜR ÖSTERREICH

Die 12. Olympischen Winterspiele 1976 in Innsbruck sind aus österreichischer Sicht wohl immer mit dem Namen Franz Klammer verbunden. Der damals 22-jährige Kärntner hielt dem unglaublichen Druck einer ganzen Nation stand und jagte mit Startnummer 15 in seinem unverwechselbaren, spektakulären Stil am Patscherkofel zur Goldmedaille im Abfahrtslauf. Die 33 Hundertstel, die "Kaiser Franz" im Ziel vor dem zweitplatzierten und bei der Zwischenzeit noch führenden Titelverteidiger Bernhard Russi aus der Schweiz trennten, verwandelten das Zielgelände in ein Tollhaus.

INNSBRUCK DIE ZWEITE

Dass Innsbruck nur zwölf Jahre nach 1964 abermals Winterspiele austragen durfte, war der Bevölkerung von Colorado zu verdanken, die sich in einer Volksabstimmung mehrheitlich gegen die Bereitstellung von weiteren Steuergeldern aussprach und damit die Veranstalter in Denver zwang, die Spiele dem IOC zurückzugeben. Von den vier (Ersatz-)Bewerber-Städten entschied sich das Exekutiv- Komitee dann für die Tiroler Landeshauptstadt, die Chamonix, Tampere und Lake Placid "ausbremste".

NORDISCHE ERFOLGE

Der Triumph von Franz Klammer an jenem denkwürdigen 5. Februar bedeutete für das Gastgeberland einen tollen Auftakt, doch die hohen Erwartungen erfüllten sich nicht. Denn Österreichs Sportfans mussten bis zum Schlusstag am 15. Februar warten, ehe mit Karl Schnabl (21) ein weiterer Kärntner für Gold Nummer zwei im Springen von der Großschanze sorgte. Er fing im zweiten Durchgang vor 60.000 Zuschauern am Berg Isel den darüber bitter enttäuschten 17-jährigen Vorarlberger Toni Innauer ab, der sich mit Silber begnügen musste, vier Jahre später aber mit Gold in Lake Placid noch "seinen" Olympiasieg holte. Damit gelang den Hausherren auch die Revanche für die Niederlage auf dem Normal-Bakken in Seefeld gegen die DDR-Athleten, als Hans Georg Aschenbach vor Jochen Danneberg und Schnabl gewonnen hatte, während auf der "Großen" nur Bronze durch Henry Glass blieb.

SKI ALPIN

Die zweite heimische Silbermedaille hatte Brigitte Totschnig im Abfahrtslauf der Damen auf der Axamer Lizum erobert, die Salzburgerin war allerdings in Abwesenheit ihrer (vorübergehend) zurückgetretenen engeren Landsfrau, der "Jahrhundert-Rennläuferin" Annemarie Moser-Pröll, als Top-Favoritin ins Rennen gegangen. Die Spiele in Innsbruck 76 wurden zu Sternstunden für die Deutsche Rosi Mittermaier, die Gold in Abfahrt und Slalom und Silber hinter der Kanadierin Kathy Kreiner im Riesentorlauf gewann. Für Österreichs erfolgsverwöhnte Alpine gab es keine Medaille mehr, im Riesentorlauf der Herren triumphierte der Schweizer Heini Hemmi, im Slalom der Italiener Piero Gros. Der Super G der Herren stand damals noch nicht im Programm.

ANDERE SPORTARTEN

Die sechste österreichische Medaille (je zwei Mal Gold, Silber und Bronze) ging auf das Konto der Rodler Rudolf Schmid und Franz Schachner, die in Igls im Doppelsitzerbewerb Rang drei erreichten.

Die UdSSR überragte bei den 12. Winterspielen (37 Bewerbe) mit 13 Gold-, sechs Silber- und acht Bronzemedaillen (27 total). Dann folgten die DDR mit 7/5/7 (19), die USA 3/3/4 (10), Norwegen 3/3/1 (7), die BRD 2/5/3 (10), Finnland 2/4/1 (7) und (enttäuschend) Österreich 2/2/2 (6). Ein Erfolgserlebnis für die Veranstalter brachte hingegen die finanzielle Abrechnung. Statt der 60 Millionen Schilling, die als Abgang präliminiert worden waren, betrug das Minus nur rund 50 Millionen.

© APA - Austria Presse Agentur / Laimgrubengasse 10, 1060 Wien
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