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Die Wiener Staatsoper


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Das Gebäude der Wiener Staatsoper, damals noch Hofoper genannt. Erbaut von ...
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Die Wiener Staatsoper wird nach dem Fliegerangriff am 12. März 1945 bis au ...
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Die Premiere von Fidelio in der neuen Staatsoper.
© APA-IMAGES/ORF Fernseharchiv/Schikola
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Die Kerkerszene aus Beethovens Fidelio, bei der Premiere im November 1955.
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Nach der Vorführung buhlen Fotografen und Journalisten um die Aufmerksamke ...
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Herbert von Karajan an seinem Schreibtisch, 1970.
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Lorin Maazel, künstlerischen Direktor der Wiener Staatsoper (1982-84), am ...
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Die zwischen 1861 und 1869 von August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll an der Ringstraße erbaute Wiener Staatsoper wurde während des Zweiten Weltkriegs im März 1945 durch Bomben großteils zerstört. Auch fast der gesamte Dekorations- und Requisitenbestand, die Ausstattung von mehr als 120 Opern mit rund 150.000 Kostümen fielen den Bomben zum Opfer. Der Wiederaufbau der Staatsoper erfolgte 1948-55 durch Erich Boltenstern und andere Architekten. Dabei wurde die ursprüngliche Absicht, die Oper entsprechend ihrem früheren Aussehen aufzubauen, aufgegeben, da für die ornamentalen Details die Skizzen fehlten. Die Kosten des Wiederaufbaus betrugen 260 Mio. Schilling. Der Fassungsraum der Oper beträgt seither 1.709 Sitz- und 567 Stehplätze.

DIE WIEDERERÖFFNUNG DER WIENER STAATSOPER

Anlässlich der Wiedereröffnung der Staatsoper schrieb die New Yorker Zeitung "Herald Tribune", die Eröffnung symbolisiere sowohl die physische Rehabilitierung Österreichs als auch seine Befreiung von jahrelanger Besetzung durch fremde Mächte. Handelsminister Udo Illig erklärte, dass mit der Eröffnung der Staatsoper "das größte und edelste staatliche Wiederaufbauvorhaben abgeschlossen sei".

Bei der feierlichen Eröffnung der Staatsoper am Vormittag des 5. November 1955, zu der Bundeskanzler Julius Raab im Namen der Bundesregierung eingeladen hatte, erklärte Staatsoperndirektor Karl Böhm: "Eine höhere Macht hat unser Land ausersehen, Vaterland der großen klassischen Musik zu sein." Am Abend wurde die Wiedereröffnung der Staatsoper mit Beethovens "Fidelio" begangen. Es dirigierte Karl Böhm. Unzählige Ehrengäste aus dem In- und Ausland waren gekommen. Mehr als 250 ausländische Journalisten wohnten der Aufführung bei und fast alle österreichischen Redaktionen waren durch ihre Berichterstatter vertreten. 38 Rundfunkstationen strahlten weltweit das Ereignis aus. Die Bevölkerung nahm an dem Ereignis regen Anteil: Tausende Menschen stellten sich stundenlang an, um noch einen Stehplatz zu erhalten. Jene, die keine Karte mehr ergattern konnten, lauschten dem Ereignis vor der Oper über Lautsprecher.

DIE STAATSOPER UND IHRE DIREKTOREN

Unter Dirigent Karl Böhm, Direktor der Wiener Staatsoper 1943-45 und 1954-56, fand die Wiedereröffnung der Staatsoper statt. Er erwarb sich in den fünfziger und sechziger Jahren zusammen mit dem "Wiener Mozartensemble" der Staatsoper einen besonderen Ruf als Mozartinterpret. 1956 legte der internationale Stardirigent seine Direktorenfunktion zurück, um sich gänzlich dem Dirigieren in Opernhäusern auf der ganzen Welt zu widmen.

Herbert von Karajan (1956-1964), der als Operndirektor auf dem Titel "Künstlerischer Leiter" bestand, öffnete das Ensemblehaus dem internationalen Sängermarkt, brachte die großen Stimmen des internationalen Opernbetriebs nach Wien, förderte das Prinzip des Gastsängers ähnlich dem Staggione-Prinzip, ließ die Opern in Originalsprache einstudieren und richtete seine Pläne auf "Gemeinschaftsproduktionen" mit ausländischen Opernhäusern, vor allem mit der Mailänder Scala. Vor der Direktion Karajans waren Opernproduktionen mit einem ständigen Ensemble durchgeführt worden.

Konflikte im Managementbereich überschatteten Karajans künstlerische Tätigkeit. Nach einem fünfmonatigen Arbeitskonflikt an den Wiener Bundestheatern, bei dem das technische Personal um Arbeitszeitverkürzung kämpfte, trat Karajan 1962 vorübergehend als künstlerischer Leiter der Staatsoper zurück, was den Ausfall verschiedener Veranstaltungen zur Folge hatte. In einem Brief an Unterrichtsminister Heinrich Drimmel schrieb Karajan dazu, man habe ihn erst beauftragt, eine Einigung mit dem technischen Personal herbeizuführen, um ihm dann die Verhandlungen im entscheidenden Moment aus den Händen zu nehmen. Karajan kehrte dennoch an die Staatsoper zurück.

Im Mai 1963 musste eine "Meistersinger"-Aufführung im letzten Augenblick abgesagt werden, da Wolfgang Windgassen, der den Stolzing singen sollte, nicht in Wien war. Man hatte versäumt, mit dem in Stuttgart lebenden Sänger seine Mitwirkung bei der Vorstellung zu vereinbaren. Diskussionen entbrannten um die Leitung Karajans.

Bei der Premiere einer Neuinszenierung von Puccinis "Boheme" im November 1963, die unter Herbert von Karajans Leitung in italienischer Sprache stattfinden sollte, trat das technische Personal in Streik, um damit gegen die Beschäftigung eines italienischen Souffleurs und Nebendirigenten ohne Arbeitsbewilligung zu protestieren.

Nach Karajan folgten als Direktoren Egon Hilbert (1963 - 1968), der bereits 1963 gemeinsam mit Karajan die Direktion geleitet hatte, Heinrich Reif-Gintl (1968-1972), Rudolf Gamsjäger (1972-1976) sowie Egon Seefehlner (1976-1982), der nach dem Abgang seines Amtsnachfolgers Lorin Maazel (1982-1984) ein zweites Mal an die Spitze des Hauses berufen wurde. Claus Helmut Drese (1986 -1991) stand mit Claudio Abbado ein international angesehener Musikdirektor zur Seite. Unterrichtsministerin Hilde Hawlicek und Bundestheater-Generalsekretär Rudolf Scholten installierten Volksoperndirektor Eberhard Wächter (1991-1992) als neuen Operndirektor, ohne zuvor mit Opernchef Drese über eine Vertragsverlängerung gesprochen zu haben. Wächter starb nach nur sieben Monaten.

Unter der Direktion Ioan Holenders (seit 1992) wurde wieder mit dem Aufbau eines Ensembles begonnen. Seit der Umwandlung der österreichischen Bundestheater in eine Holding 1999 hat die Staatsoper die Betriebsform einer Ges.m.b.H.

Aus dem Orchester der Wiener Staatsoper rekrutieren sich die Wiener Philharmoniker. Untrennbar mit der Staatsoper verbunden ist auch das Staatsopern-Ballett. Einen Höhepunkt erlebte das Wiener Staatsopern-Ballett durch Rudolf Nurejew, der zwischen 1964 und 1988 als Tänzer und Choreograph mit dem Wiener Ensemble intensiv arbeitete.

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